Neue Impf-Rangfolge Lehrer werden früher geimpft

Eine Impfstelle in Flensburg Foto: dpa/Frank Molter

Lehrer an Grundschulen sowie Erzieher in Kitas und Horten sollen sich vorrangig gegen Corona impfen lassen können. Ziel der Landesregierung ist die Impfung von zehn Prozent aller Thüringer bis Ostern.

Erfurt - Der Personenkreis, der sich gegen das Corona-Virus impfen lassen kann, wird erweitert. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) kündigte an, dass ab heute 8 Uhr auf dem Portal impfen-thueringen.de neue Impftermine verfügbar sind. Das betrifft Menschen unter 65, die zur zweiten Prioritätsgruppe gehören. Bisher wurde nur in der ersten Prioritätsgruppe geimpft. Die Altersgrenze hängt mit dem Impfstoff der Firma Astrazeneca zusammen, der nur für unter 65-Jährige zugelassen ist.

Laut Ministerium wird wegen der beschränkten Verfügbarkeit des Impfstoffs die zweite Prioritätsgruppe dreigeteilt. Impfberechtigt sind demnach zunächst nur die rund 71 000 Thüringer der Prioritätsgruppe 2/1 – zum Beispiel Personal in Arztpraxen und Testzentren oder Demenzkranke. Die Gruppe 2.2 soll Mitte März folgen, dazu gehören Menschen mit schweren Grunderkrankungen. Zur Gruppe 2.3 gehören Soldaten und Polizisten.

Neu ist, dass auch pädagogisches Personal in die Prioritätsgruppe 2.1 eingestuft werden soll. Laut Gesundheitsministerin Werner muss dafür aber noch die Impf-Verordnung auf Bundesebene geändert werden. Wegen der in dieser Woche vielerorts angelaufenen Öffnung von Kitas und Schulen war dies gefordert worden. Berechtigt sind Werner zufolge Erzieher in Kindergärten und Horten sowie Lehrer an Grundschulen, rund 28 000 Thüringer. Es bestehe ein erhöhtes Infektionsrisiko, weil bei kleinen Kindern die Abstands- und Hygieneregeln weniger gut eingehalten werden könnten.

Sobald die Bundesverordnung geändert sei, könnten Erzieher und Lehrer ab Donnerstag Termine über das Thüringer Portal buchen. Die Impfungen sollen am nächsten und übernächsten Sonntag erfolgen. Auch für die anderen Personen der Gruppe 2.1 würden Termine mit dem Astrazeneca-Impfstoff an den Wochenenden angeboten, sagte die Ministerin. Sie widersprach Zweifeln an Astrazeneca. „Das ist ein sehr guter, wirksamer Impfstoff“, sagte sie.

Die Zweitdosis werde hier nicht mehr zurückgestellt, da zwischen Erst- und Zweitimpfung bis zu zwölf Wochen Zeit ist und große Liefermengen erwartet würden.

Nach Werners Ansicht zeigt die Ende Dezember angelaufene Impfkampagne Wirkung. So gehe in den Pflegeeinrichtungen die Zahl der Infektionen deutlich zurück. 80 Prozent der rund 24 500 Bewohner wollten das Vakzin, die meisten von ihnen hätten die Erstimpfung bekommen.

Werner zeigte sich zuversichtlich, dass bis Ostern zehn Prozent der Thüringer gegen Corona geimpft sein werden. Bei den besonders gefährdeten über 80-Jährigen – rund 115 000 Thüringer – sei mittlerweile rund ein Drittel geimpft. Sie dürfen bisher nur den Stoff von Biontech/Pfizer oder Moderna bekommen. Das gilt auch für die ebenfalls gefährdeten über 70-Jährigen. Für diese Gruppe ist bisher nicht absehbar, wann Impfstoff zur Verfügung steht.

Die Thüringer Impfkampagne hat nach langsamem Start und viel Kritik Fahrt aufgenommen. Der Freistaat liegt mit Hamburg nun bundesweit auf Platz eins. 4,5 Prozent haben die Erstimpfung.

Unterdessen sollen am 10. März zusätzlich zu den bestehenden 29 regionalen Corona-Impfstellen zwei große Impfzentren eröffnen: Eines in der Messe Erfurt und eines in Gera. Je ein weiteres Zentrum ist im Süden, Westen und Norden geplant; in diesen Regionen sei man auf Standortsuche und habe sich auf Ort und Gebäude noch nicht festgelegt, hieß es aus dem Ministerium. Das zunächst ins Auge gefasste CCS in Suhl ist wegen der Belegung durch MDR-Produktionen nicht verfügbar. Angesichts der erwarteten Impfstoffmengen könnten in den Zentren bis Ende März 60 000 Termine vergeben werden. ek/er

 
 

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