Neue Hütte Lirum, larum, Löffelstiel

Monika Schwintek
Die Vielfalt der Bestecke ist in einer Sonderausstellung im Hochofenmuseum Schmalkalden zu sehen. Foto: Museum

Bestecke aus Schmalkalden in aller Welt sind noch bis 26. Februar im Hochofenmuseum Neue Hütte zu sehen.

Die Sonderausstellung „Bestecke aus Schmalkalden in alle Welt – der gedeckte Tisch“ ist nur noch bis 26. Februar im Hochofenmuseum Neue Hütte bei Schmalkalden zu sehen.

Sie zeigt die Geschichte vom kleinen Eisen- und Kolonialwarenladen in der Herrengasse bis zur großen Besteckfabrik am Kanonenweg auf. Heinrich Adolf Erbe, ein Sohn aus der bekannten Striegelmeisterfamilie Joseph Erbe, übernahm als gelernter Kaufmann 1856 das Ladengeschäft des Vaters. Die große Nachfrage nach Zinnlöffeln konnte er kaum bedienen und so reifte der Gedanke, eigene Löffel herzustellen.

Insbesondere die Anfänge zur Besteckfabrikation werden in der Ausstellung genauer unter die Lupe genommen, wo originale Löffel zu sehen sind. In einem Werbeheft von 1929 über Schmalkalden heißt es: „… jene zahllosen Artikel schafft, denen man in den ersten Hotels der ganzen Welt, an der Tafel der schwimmenden Paläste auf allen Meeren, im Bürgergasthaus und im ländlichen Erholungsheim, in Familien jeden Standes, in der Hütte der chinesischen Kuli und in den Kasernen vieler Staaten begegnet. In den Schaufenstern großer Geschäfte, wo die Welt kauft, die – nur das Beste und das Beste schön (und billig) verlangt, leuchten uns Schmalkalder Bestecke entgegen, und wo man mit geringen Mitteln ebenfalls Gutes und doch Gefälliges sucht, liegen Astoria- und Perplex-Bestecke an bevorzugter Stelle, denn alle Käufer beherzigen, der Mann, der recht zu wirken denkt, muss auf das beste Werkzeug halten, und bestes Werkzeug zu dem nicht gerade unangenehmsten Wirken liefert sie, die Schmalkalder Löffelfabrik, die Metallwarenfabrik H. A. Erbe, Aktiengesellschaft.“ Bis um 1985 wurden hier noch moderne Bestecke hergestellt.

Das Hochofenmuseum Neue Hütte ist Mittwoch bis Freitag, von 10 bis 16 Uhr, und Sonntag, von 12 bis 16 Uhr, geöffnet.

www.hochofenmuseum.de

 

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