Johann Wolfgang von Goethe wäre sicherlich erfreut gewesen, wenn er gewusst hätte, dass im einstigen Amtshaus, das die Kaltennordheimer seit jeher liebevoll Schloss nennen, reichlich 240 Jahre nach seinem Besuch verliebte Paare den Bund der Ehe schließen können. 1780 kam der Dichter, der als Geheimer Rat Mitglied der obersten Regierungsbehörde des Herzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach war, zum ersten Mal in die Stadt im Feldatal. Das Amtshaus war damals noch relativ neu, 1752 bis 1754 hatte man es auf dem Gelände der historischen Merlinsburg errichtet. Der damals 31-jährige Goethe reiste im Gefolge von Herzog Carl-August, der auf einer Rundreise seinen Besitz inspizierte, und hatte die Aufgabe, sich um die Geologie des Landes, Anlagen zur Bewässerung für die Landwirtschaft und Verhandlungen mit der herzoglichen Regierung in Meiningen zu kümmern.