Neue Halle ist empfangsbereit Der Rennsteiglauf hat sein Zuhause

OB André Knapp, Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Ellinger sowie Vize-Präsident des Rennsteiglaufvereins, Klaus Thielemann (von links), verweisen mit Freude und Stolz auf den Neubau der neuen Mehrzweckhalle, die künftig das Festzelt überflüssig macht. Foto: frankphoto.de

Festzelt mieten, mit vielen helfenden Händen auf- und abbauen – das hat nun ein Ende. Die Partys zum Rennsteiglauf und auch andere Veranstaltungen haben jetzt ein festes Domizil. In der Rennsteiglauf-Halle.

Schmiedefeld - Die Idee, eine Rennsteiglaufhalle samt Räumen für die Geschäftsstelle des Rennsteiglaufvereins zu bauen, ist schon sechs oder sieben Jahre alt. „Das war ein langer Prozess. Wir brauchten ein eigenes Zuhause. Zudem sind die Kosten gestiegen für das Festzelt, in dem die Partys zum Rennsteiglauf stattfinden. Und wir brauchen immer etwa 30 Leute, die das Zelt auf- und abbauen“, sagt Dirk Ellinger, Aufsichtsratsvorsitzender der Rennsteiglauf Sportmanagement & Touristik GmbH. Jetzt steht die Halle, in der fortan die Post abgehen kann.

Für sie sind 1,8 Millionen Euro investiert worden. 30 Prozent dieser Summe sind über die GAW-Förderung abgedeckt worden. Auf etwa 1800 Quadratmetern können nun maximal 3600 Stehplätze geboten werden. „Wir brauchen die Halle für eine ordentliche Infrastruktur vor allem für den Rennsteiglauf, zu dem sich mittlerweile mehr als 17 000 Läufer anmelden. Das ist Europas größter Gross-Lauf geworden“, sagt Jürgen Lange, Präsident des Guts-Muths-Rennsteiglaufvereins. Dass er auf so viel Resonanz bei dem Läufer-Volk stößt, hat auch damit zu tun, dass es eben nicht nur um das Laufen geht, sondern auch um das ganze Drumherum, das die Partys einschließt und das seinesgleichen auf der Welt sucht. Läufer aus München hätten auch schon gesagt, dass gegen die Stimmung in Schmiedefeld das Münchner Oktoberfest ein Schmarrn sei, sagt Jürgen Lange.

Der Rennsteiglauf hat Kult-Charakter und auch dem soll mit der 60 mal 30 Meter großen Halle Rechnung getragen werden. Mit ihr wird vieles leichter. So müssen die vielen Helfer nun nicht mehr alles nötige Equipment aus vielen Ecken des Ortes zusammensuchen und zum Schmiedefelder Sportplatz tragen, der für die Läufer-Familie längst zum schönsten Ziel der Welt gekürt wurde. Dies auch von Thüringens Innenminister Georg Maier, der selbst enthusiastischer Rennsteigläufer ist. Er hat es sich nicht nehmen lassen, bei der Einweihung des Neubaus dabei zu sein, „weil der Rennsteiglauf nicht nur Sport und Natur verbindet, sondern nun auch ein richtiges Zuhause hat“, sagt Georg Maier. Er freue sich auf die riesige Stimmung bei der After-Run-Party, die für ihn jetzt schon spürbar sei.

Doch nicht nur der Rennsteiglauf hat hier sein Zuhause, sondern auch der Rennsteiglaufverein. Auf etwa 300 Quadratmetern bekommt er neue und modern eingerichtete Räume und kann aus seinen bisher recht beengten Verhältnissen in der Vesserer Straße ausziehen.

Bis der Rennstauflauf am 2. Oktober startet, sollen auch die Außenanlagen fertig sein. Doch nicht nur für diesen Höhepunkt steht die Halle, die sich gut in die Landschaft einfügt und in der viel Holz verbaut wurde, zur Verfügung, sondern auch für andere Veranstaltungen anderer Vereine. So wird hier am kommenden Wochenende beispielsweise der Thüringer Wandertag zu Gast sein. Vor diesem Hintergrund betont Suhls Oberbürgermeister André Knapp, dass diese Halle im Verbund mit dem Rennsteiglauf sowie anderen Höhepunkten, die unter attraktiven Bedingen stattfinden können, auch ein Wirtschaftsfaktor sei. „Das ist eine Chance für die die ganze Region, für deren Weiterentwicklung wir die Unterstützung des Landes brauchen“, sagt Knapp. Dazu gehöre ebenso die Winterwelt sowie der Bahnhof Rennsteig.

Auch wenn es daran bisher keinen Zweifel gab – die Entscheidung für den Bau der Halle ist ein starkes Bekenntnis dafür, dass Schmiedefeld auf Dauer das Zuhause des Rennsteiglaufes bleibt, bei dem in den fast 50 Jahren seiner Geschichte schon etwa 500 000 Menschen an den Start gegangen sind.

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