Schmalkalden-Meiningen Ab Montag neue 3G-Regelung im Kreis

Die Krankenhäuser in Thüringen füllen sich zusehends mit Corona-Patienten. Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen wurden nun wieder zwei Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 festgestellt. Foto: dpa/Jens Büttner

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen befindet sich in Corona-Warnstufe 2 und hat angesichts zunehmender Infektionszahlen eine neue Allgemeinverfügung erlassen.

Meiningen - Kernstück der Allgemeinverfügung ist eine, über die aktuelle Landesverordnung hinausgehende, erweiterte Testpflicht. Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, benötigen ab Montag, 11. Oktober 2021, im Landkreis Schmalkalden-Meiningen ein aktuelles negatives Testergebnis, wenn sie Veranstaltungen in geschlossenen Räumen nutzen wollen.

Das gilt beim Besuch von Gaststätten, ausgenommen hiervon ist das Nutzen eines Liefer- und Abholservices, aber auch der Besuch nichtöffentlicher Betriebskantinen und Mensen. Ein negativer Corona-Test wird ebenfalls für die Teilnahme an nichtöffentlichen Veranstaltungen, sofern hierfür Räumlichkeiten der Gastronomie, Veranstaltungsstätten oder vergleichbaren Einrichtungen genutzt werden, benötigt. Das gilt ebenso für den Zugang zu Freizeiteinrichtungen sowie zur Ausübung von Sport (Schwimmbäder, Saunen, Fitnessstudios, Sporthallen sowie vergleichbaren Einrichtungen und Angeboten). Ausgenommen davon ist der Sport- und Schwimmunterricht der Schulen sowie der organisierte Sportbetrieb. Hier gelten die aktuellen Regelungen des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend, Sport und Kultur.

Für touristische Übernachtungsangebote sind negative Test ebenfalls notwendig, sowohl bei Anreise und zwei Mal pro Woche, jeweils alle 72 Stunden während des Aufenthalts.

Für alle öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumlichkeiten, einschließlich Ausstellungen, Messen, Sportveranstaltungen (ausgenommen organisierter Sport), kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Theater-, Kino-, Opern- und Konzertaufführungen, Discoveranstaltungen und Tanzlustbarkeiten ist ein Negativtest vorzuweisen. Die Testpflicht gilt dabei für Besucher, Beschäftigte, Sportler und sonstige Personen, die in den Veranstaltungsablauf involviert sind.

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen weist bereits jetzt daraufhin, dass ab 1. November 2021 für die vorgenannten öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen eine verpflichtende Anwendung der 2G- oder 3GPlus-Regelung – in Abhängigkeit von der dann gültigen Landesverordnung – geplant ist. Diese Ankündigung soll der Planungssicherheit von Veranstaltern und Bürgern dienen. Laut aktueller Landesverordnung besteht die Regelung bereits jetzt als Option für Veranstalter und Einrichtungsbetreiber.

Als Testnachweise werden bei der 3G-Testpflicht PCR-Tests, die nicht älter als 48 Stunden sind, akzeptiert. Ebenso können Nukleinsäureamplifikationstests sowie weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik und Antigenschnelltest, ebenfalls nicht älter als 24 Stunden, genutzt werden. Darüber hinaus können vor Ort durchgeführter Selbsttest zur Anwendung kommen.

Von der Testpflicht ausgenommen sind geimpfte und genesene Personen (Nachweise erforderlich), Kinder und Jugendliche unter sechs Jahren sowie alle noch nicht eingeschulten Kinder. Ausgenommen sind auch Schüler, die in der Schule regelmäßig getestet werden und einen entsprechenden Nachweis dafür vorlegen können.

Bis zum 31. Dezember 2021 haben Personen, die zum Zeitpunkt des Testes das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, zum Zeitpunkt der Testung Schwangere oder Studierende aus dem Ausland, bei denen eine Schutzimpfung mit anderen als den vom Paul-Ehrlich-Institut genannten Impfstoffen erfolgt ist, einen Anspruch auf die sogenannte kostenfreie Bürgertestung.

Was gilt für nichtöffentliche und private Veranstaltungen in geschlossenen Räumen? Hier sind ab 11. Oktober 2021 nur noch Veranstaltungen mit bis zu 150 Personen zulässig.

Wie bisher gilt hier weiterhin: Bei nichtöffentlichen bzw. privaten Veranstaltungen muss bei mehr als 70 Personen im Freien oder bei mehr als 30 Personen in geschlossenen Räumen die Veranstaltung mindestens fünf Werktage im Voraus bei der lokal zuständigen Behörde angezeigt werden. Veranstaltungen unterhalb der oben definierten Personengrenzen müssen nicht angezeigt werden.

Privatpersonen müssen kein Infektionsschutzkonzept vorlegen. Zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wird angesichts des zunehmenden Infektionsgeschehens dringend geraten. Die Kontaktnachverfolgung sollte gewährleistet sein.

Was gilt bei öffentlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel? Hier gibt es im Landkreis vorerst keine erweiterte Testpflicht. Es gilt wie bisher: Hygiene- und Abstandsregeln sind zwingend einzuhalten. Die Anzeige von öffentlichen Veranstaltungen erfolgt immer über die kommunalen Ordnungsbehörden. Der Anzeige dort sind das Zusatzformular (www.lra-sm.de - Coronavirus – Hinweise für öffentliche Veranstaltungen) sowie ein Hygienekonzept beizufügen. Die ordnungsbehördliche Anzeige muss mindestens fünf Werktage vor der geplanten Veranstaltung erfolgen. Darüber hinaus bedarf die Veranstaltung einer zusätzlichen Genehmigung über das Gesundheitsamt, wenn mehr als 1000 Personen erwartet werden oder tatsächlich teilnehmen. Ein entsprechender Antrag ist in diesem Fall spätestens zehn Werktage vor Veranstaltungsbeginn zu stellen.

Was schreibt die neue Allgemeinverfügung noch vor? Mit der neuen Allgemeinverfügung verschärft der Landkreis die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung (MNB) beziehungsweise einer qualifizierten Gesichtsmaske. Über die aktuelle Landesverordnung hinaus muss jede Person, also nicht nur Besucher, Kunden oder Gäste, sondern auch Personal in Geschäften und Dienstleistungsbetrieben mit Publikumsverkehr eine Mund-Nase-Bedeckung (MNB) oder eine qualifizierte Gesichtsmaske tragen. Das gleiche gilt, wenn Dienstleistungen oder Angebote mit Publikumsverkehr in Anspruch genommen werden.

Ausgenommen von der Regelung sind Kinder unter sechs Jahren und Personen, denen das Tragen einer MNB oder eine qualifizierten Gesichtsmaske aus gesundheitlichen Gründen oder wegen einer Behinderung nicht zugemutet werden kann. Dies ist mit einem ärztlichen Original-Attest samt Namen, Geburtsdatum und genauer Diagnose in Verbindung mit einem Identitätsausweis glaubhaft zu machen.

Die neue Allgemeinverfügung tritt am Montag, 11. Oktober 2021, in Kraft und gilt bis einschließlich 31. Oktober 2021. Die komplette 15. Allgemeinverfügung ist auf der Homepage des Landkreises unter www.lra-sm.de - News – Öffentliche Bekanntmachungen - veröffentlicht.

 

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