Manche Orte ruhen lange im Schatten der Zeit, bis ein Augenblick sie wieder ins Licht hebt. Am vergangenen Sonntagabend rückte solch ein Haus in Meiningen plötzlich in den Mittelpunkt. Als Ehrenvorsitzender Uwe Klein bei der Feier zum 18-jährigen Bestehen der Stiftung Meininger Baudenkmäler von einem „ungeschliffenen Rohdiamanten“ sprach, begannen die Gedanken zu kreisen. Bürgermeister und Vorsitzender der Stiftung, Fabian Giesder, verkündete den Ankauf eines weiteren historischen Gebäudes, das nun zum Eigentum der Stiftung gehören wird. Still am Hang, nahe dem Herrenberg liegt sie, die Villa, fast so, als habe sie all die Jahre auf diesen Moment gewartet. Blattlose Bäume geben den Blick frei auf das altehrwürdige Fachwerkhaus. Von der ehemaligen Privatbrauerei aus ist gut zu erkennen, wie es sich an den Hang schmiegt und doch selbstbewusst emporragt. Für dieses Gebäude, das als erstes „Helenenstift“ und später auch als Hülz-Villa bekannt wurde, stellte der Meininger Unternehmer und Stiftungsgründer Uwe Klein private Mittel im sechsstelligen Bereich zur Verfügung. Fabian Giesder würdigte dieses Engagement als starkes Zeichen des Vertrauens in die Arbeit der Stiftung. Mit dem Übergang in das Stiftungsvermögen ist die Villa vor weiterem Verfall geschützt und soll – wie andere Objekte – einer neuen gesellschaftlichen Nutzung zugeführt werden.
Meininger Stiftung Ein Haus im Schatten der Zeit
Diana Werner-Uhlworm und Axel Schneider 04.02.2026 - 13:58 Uhr