Netzausbau Thüringen legt Rüge gegen Verlauf des Südlinks ein

Will sich beim Südlink nicht geschlagen geben: Infrastruktur-Minister Benjamin-Immanuel Hoff. Foto: dpa/Bodo Schackow

Der Freistaat will sich mit einem Verlauf der Stromtrasse Südlink durch Thüringen nicht abfinden. Nachdem die Bundesnetzagentur den Planungskorridor der Netzbetreiber bestätigt hatte, rügt Thüringen nun diese Entscheidung der Bonner Behörde.

 
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Erfurt - Die Thüringer Landesregierung will weiter gegen den Verlauf der Stromtrasse Südlink durch Thüringen vorgehen. Das kündigte Infrastrukturminister Benjamin Immanuel Hoff (Linke) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Erfurt an. Sein Ministerium werde eine Rüge bei der Bundesnetzagentur gegen die Festlegung des Trassenverlaufs durch Thüringen einreichen. Die Alternativvorschläge des Freistaats seien nicht ausreichend geprüft worden. Auch eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht schließt die Landesregierung nicht aus.

„Es wird deutlich, dass Thüringen nach den vorliegenden Planungen im Abschnitt D weiterhin massiv betroffen ist. Wir werden nichts unversucht lassen, den Trassenverlauf im Südwesten Thüringens abzuwenden und behalten uns vor, erneut gegen die Entscheidung zu klagen. Die Landesregierung hat der Bundesnetzagentur einen gangbaren und sinnvollen alternativen Trassenverlauf vorgelegt“, sagte Hoff.

Jedes Land, das von der Entscheidung der Bundesnetzagentur betroffen ist, kann innerhalb einer vorgegebenen Frist Einwendungen erheben. Thüringen nutzt erneut die Gelegenheit, Verfahrensfehler zu rügen. Aus Sicht Thüringens wurde der Thüringer Alternativvorschlags nur mangelhaft berücksichtigt sowie das Gebot der Geradlinigkeit missachtet.

Der Minister verwies auch auf Erfolge im Verfahren: „Im Abschnitt C haben wir einen Teilerfolg erreicht.“ Der Abschnitt C befindet sich nördlich von Gerstungen und es war von den Netzbetreibern in der Vergangenheit ein Verlauf durch den Unstrut-Hainich-Kreis sowie das Eichsfeld favorisiert worden. Mit der Bundesfachplanungsentscheidung der Bundesnetzagentur vom gestrigen Montag verläuft der nun festgelegte Trassenkorridor von Gerstungen aus durch Hessen, bevor er dann weiter nach Niedersachsen führt. „Hier konnten wir mit unseren Stellungnahmen und Einwänden einen Verlauf der Trasse durch den Unstrut-Hainich-Kreis und das Eichsfeld abwenden. Hier hatte der engagierte Einsatz der Landesregierung Erfolg und das ermutigt uns beim Widerstand gegen den geplanten Verlauf im Abschnitt D“, ergänzt Hoff. Allerdings verläuft auch dieser Abschnitt auf zwölf Kilometer Länge durch Thüringen.

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