Nautiland Sonneberg Die fehlenden Eintrittsgelder schmerzen

Einer der Rotfeuerfische im Nautiland. Die giftigen Meeresbewohner bestechen normalerweise Besucher mit ihren auffällig gemusterten Flossen. Foto: Carl-Heinz Zitzmann

Aufgrund des andauernden Lockdowns bleibt das Meeresaquarium und Exotarium Nautiland in Sonneberg vorerst geschlossen. Spenden können helfen, Futter- und Energiekosten zu decken.

Sonneberg - Das Nautiland in Sonneberg muss seit November ohne Einkommen ausharren. Erst am vergangenen Montag haben Bund und Länder über das weitere Vorgehen in Bezug auf die Covid-19-Pandemie diskutiert. Freizeiteinrichtungen wie das Nautiland müssen vorerst noch länger ohne Besucher auskommen. „Wir dachten, es tut sich was“, sagt Birgit Roos vom Förderverein Meeresaquarium und Exotarium Nautiland, dessen Mitglieder sich ehrenamtlich um die Versorgung der Tiere und die Instandhaltung der Becken kümmern. „Wir sind jetzt fünf Monate ohne Einnahmen und die Rücklagen werden langsam knapp. Während der ersten Schließung konnten wir das Ausbleiben der Eintrittsgelder noch gut überbrücken, doch jetzt wird es schwer“, erklärt Roos, die sich nicht erklären kann, wie sie die hohen Futter- und Energiekosten für das Aquarium auftreiben soll, wenn nicht in den nächsten zwei Monaten eine Öffnungsperspektive greift.

Spendenaktion bleibt bestehen

Während der ersten langen Schließung hätten Spenden der Besucher sehr geholfen. „Wir wären über weitere Spenden immer noch dankbar, weil noch nicht absehbar ist, wann wieder geöffnet werden darf“, erklärt Roos. Wer noch spenden möchte, kann 5 Euro an das Nautiland überweisen und bekommt, bei Angabe von Name und Adresse im Verwendungszweck, einen Gutschein im Wert von 6,50 Euro an der Kasse hinterlegt. So wäre der erste Ausflug nach Wiedereröffnung gesichert. Die IBAN bei der Sparkasse Sonneberg lautet: DE96 8405 4722 0300 9147 68. Per Paypal geht die Spende an info@schauaquarium-nautiland.de.

Dringend notwendige Arbeiten abgeschlossen

Im Juni letzten Jahres wurden von Ersparnissen einige dringend notwendige Umbauprojekte in Angriff genommen, da gerade die großen Aquarien nach fast 20 Jahren drohten, auszulaufen. Außerdem wurden Terrarien saniert, Info-Tafeln erneuert und der Eingangs- und Spielplatzbereich neu dekoriert. Eines der reparierten Aquarien soll das neue Zuhause von sechs Rotfeuerfische werden, die mit ihren auffälligen weiß-roten Flossen die Blicke auf sich ziehen. „Außerdem freuen wir uns über Neuzugänge. Wir haben aus dem Ozeaneum Stralsund zwei Drückerfische und sechs Raubmuränen geschenkt bekommen.“ Rund 170 000 Euro benötigt der Verein im Jahr, um die 160 Tiere zu versorgen, sowie Strom- und Wasserkosten abzudecken. Davon werden 5000 Euro von der Stadt Sonneberg bezuschusst. „Die Eintrittsgelder fehlen dennoch. Im Jahr 2019 hatten wir 37 000 Besucher. Das war ein Superjahr, ohne dass wir die aktuelle Situation gar nicht stemmen könnten.“ Birgit Roos hofft auf eine baldige Wende, denn die Mitarbeiter und Tiere vermissen ihre Besucher. Außerdem können sich diese auf ein herausgeputztes Nautiland mit neuen Bereichen und Tieren freuen. Der neueste Zugang ist eine Gelbwangenschmuckschildkröte, die dem Nautiland vermittelt wurde. Trotz der schweren Zeiten hat Birgit Roos das Tier aufgenommen. „Es wäre schlimmer, wenn sie ausgesetzt werden würde“, gibt sie zu Bedenken.

 

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