Naturschutz Seltene Schwarzpappeln gepflanzt

Die Kinder der NAJU helfen tatkräftig beim pflanzen der Schwarzpappeln Foto: Natura 2000

Der Naturschutzbund (Nabu) und seine Kindergruppe aus dem Ilm-kreis pflanzten 200 Schwarzpappeln. Die eher seltenen Bäume wachsen nun in der Nähe der Talsperre Heyda.

Heyda/Ilmenau - Unter dem Motto „Gemeinsam für den Erhalt der Schwarz-Pappel“ pflanzten die Mitglieder der Natura 2000-Station Gotha/Ilm-Kreis, die Kindergruppe des NABU Ilm-Kreis (NAJU) sowie Mitglieder des NABU Ilm-Kreis im März zusammen 200 Exemplare der seltenen Schwarz-Pappel im FFH-Gebiet 66 „Wipfragrund – Stausee Heyda“ bei Ilmenau.

Besonders die Kinder freuten sich auf diesen besonderen Nachmittag, hatten sie sich doch schon im Herbst 2020 mit der Schwarzpappel als Lieblingsnistbaum der Turteltaube beschäftigt, teilt Marie Scheller von der Natura-2000-Station Gotha/ Ilm-Kreis mit.

Populus nigra, wie die Schwarz-Pappel wissenschaftlich genannt wird, ist eine Charakterbaumart der Auenwälder und aufgrund des Rückgangs ihres Lebensraums sowie durch die Verdrängung durch sogenannte Hybrid-Pappeln vom Aussterben bedroht. In Deutschland gibt es nur noch etwa 3000 Altbäume, die sicher als Schwarzpappeln identifiziert sind. Die Baumart bietet einer großen Anzahl von Insekten, wie Pappelbock, -blattkäfer und -blattroller sowie Pappelschwärmer, -spinner und -wickler Lebensraum. Vogelarten, wie die 2020 als Vogel des Jahres prämierte Turteltaube, nutzen die ausladende Krone als Nistplatz. Von ökologischer Bedeutung ist auch, dass die Schwarzpappel kontaminierten Böden Schwermetalle entzieht. Ihre Blüten verströmen einen süßlichen Geruch, von einem klebrigen Harz herrührend, welches Bienen sammeln, um daraus eine harzartige Masse (Propolis) herzustellen.

Das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) „Wipfragrund-Stausee Heyda“ ist Bestandteil des europaweiten Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ und beherbergt eine Fülle an Lebensräumen und seltenen Tier- und Pflanzenarten, heißt es beim Nabu. Hier gibt es eine Vielzahl an Seen und Fließgewässer mit vernässten Bereichen, an denen sich die Schwarzpappel wohlfühlt. Damit diese Vielfalt erhalten bleibt, müssen sich Menschen dafür stark machen. So entstand die Idee, mit der Anpflanzung von Schwarzpappeln den Auenwald zu stärken und somit auch der auf der Roten Liste stehenden Turteltaube wieder mehr Lebensraum bieten zu können.

Im März setzten dann unter Einhaltung der strengen Corona-Regeln NABU, NAJU und Natura 2000-Station das Projekt um: 200 junge Bäume wurden durch Stationsmitarbeiter und Mitglieder des Vereins gepflanzt und gegen Wildverbiss mit einem Baumschutz versehen. Die Kinder pflanzten mit Hingabe und in der Hoffnung, bald wieder Turteltauben beobachten zu können. Diese selten gewordene Vogelart und viele andere Arten unterstützen zu können, erfüllte sie mit Stolz, schrieb uns Maria Scheller.

Das nasse Frühjahr sollte dazu beitragen, dass die Pflanzen gut anwachsen und sich schnell zu stattlichen Bäumen entwickeln. Ein großes Dankeschön richten die Beteiligten an das Forstamt Frauenwald, welches die Pflanzen sowie das Baumschutzmaterial zur Verfügung gestellt hat, sowie für die tatkräftige Hilfe der Kinder.

 

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