Auswärtiges Amt: Keine Kenntnis von deutschen Staatsangehörigen
Mehrere Länder boten ihre Unterstützung an - auch aus Deutschland und der EU kamen Hilfsangebote. Das Auswärtige Amt erklärte, das gesamte Ausmaß der Katastrophe sei noch nicht absehbar und es müsse mit vielen weiteren Todesopfern gerechnet werden. Bislang gebe es keine Kenntnis von deutschen Staatsangehörigen unter den Betroffenen. Die Botschaft in Bogotá stehe in engem Kontakt mit den kolumbianischen Behörden.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul äußerten ihr Mitgefühl für die Opfer. Die EU stellte nach Angaben einer Sprecherin zunächst 100.000 Euro für die besonders betroffene Region Chocó bereit. Zudem wurde der Erdbeobachtungsdienst Copernicus aktiviert, um das Ausmaß der Schäden zu erfassen. Kolumbien hat außerdem den EU-Katastrophenschutzmechanismus um Unterstützung gebeten.
Experten: Kein Zusammenhang mit starken Beben in Venezuela
Das Beben in Kolumbien erinnerte an die schweren Erdstöße im Nachbarland Venezuela vor wenigen Wochen. Dort erschütterten am 24. Juni innerhalb von wenigen Sekunden zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 den Norden des Landes. Tausende Menschen kamen ums Leben.
Einen Zusammenhang sieht der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) indes nicht. Die beiden Beben wurden demnach durch Bewegungen unterschiedlicher Erdplatten ausgelöst: In Venezuela war die Karibische Platte beteiligt, in Kolumbien die vor der Pazifikküste liegende Nazca-Platte.
Frühere Erdbeben in Kolumbien
Das zuvor heftigste Erdbeben ereignete sich 1958 vor der Küste zwischen Ecuador und Kolumbien mit einer Stärke von 7,6. Dabei kamen laut Geologischem Dienst lediglich 15 Menschen ums Leben. Im Jahr 1999 wiederum waren in der Stadt Armenia und nahe gelegenen Gemeinden bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 mehr als tausend Menschen ums Leben gekommen.