Natur- und Heimatverein Frauensee Rastplatz eingeweiht

Die Sitzgruppen passen gut in die Landschaft, fanden Gerhard Bär (in der Mitte stehend) ebenso wie die Vereinsmitglieder und Gäste bei der Eröffnung des Rastplatzes Wiesendreieck. Foto: Werner Kaiser

Es war der Wunsch des Natur- und Heimatvereins Frauensee, das Wiesendreieck-Gelände in einen Rastplatz für Kindergartenkinder, Wanderer, Radfahrer und Spaziergänger umzugestalten. Das Vorhaben wurde realisiert – jetzt erfolgte die Einweihung.

Das Fleckchen Erde liegt schon ein kleines Stück in die Landschaft hinein im Nordosten von Frauensee in Richtung Marksuhl und wird durch drei Wege markiert. Deswegen changiert die Bezeichnung auch zwischen Wiesendreieck und Dreieckswiese – man weiß jedenfalls, was gemeint ist. Von unten kommt man aus Richtung Großer See, links geht es zu den Dolinenhängen und nordnordöstlich findet der Wanderer etwa den Mölmesbach. Eine schöne Ecke, die aber längere Zeit zu wenig Liebe erfuhr. Vor einem Jahr schlug Diana Preiß im Vorstand des Natur- und Heimatvereins Frauensee vor, das Gelände in einen Rastplatz für Kindergartenkinder, Wanderer, Radfahrer und Spaziergänger umzugestalten.

Grünes Licht vom Thüringenforst

Es gab freilich Zweifel an der Umsetzbarkeit. Die Meinung des Vereinsvorsitzenden Gerhard Bär fand schließlich eine Mehrheit, bei ausreichender finanzieller Unterstützung das Projekt anzugehen, und die Planung konnte beginnen. Dabei wuchs die ursprüngliche Rastplatzidee noch um eine Blühfläche, vor allem als Stück lehrhafte Natur für die Kindergarten-Kinder. Aber vor dem Start mussten Prämissen geklärt werden. Das Thüringer Forstamt Marksuhl als Flächeneigentümer gab grünes Licht. Revierförster Peter Sladko sorgte zudem für das Beräumen (bei Google Earth sind noch Holzstapel zu sehen) und Mulchen des weitgehend verbuschten und verunkrauteten Areals.

Die Sponsorensuche war bei der oberbayrischen Zentrale eines Marksuhler Metallverarbeiters erfolgreich. Finanziell wichtig war, dass die „großen Frauenseer Vereine“ (so Gerhard Bär) den Plan unterstützten, weil der Rastplatz allen Bürgern des Ortes und ihren Gästen zugutekommt: der Feuerwehr- und der Carnevalsverein, der Förderverein der Kita „Seezwerge“, der Sportverein und die Jugendförderung Frauensee, die für die Kirmesgesellschaft und den Jugendclub steht. Resonanz kam auch von der Jagdgenossenschaft, und das Geschenk der Kleintierzüchter zum 30. Geburtstag des Natur- und Heimatvereins, ein „Gipfelbuch“, von Heike Bär mit einer Startseite versehen, kommt nun ebenfalls zum Einsatz.

Anstrengung und Maschinen gefragt

Gezündet wurde die Startpistole schließlich im März 2022 durch die Förderzusage des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz. Nach den Vorarbeiten durch den Forst wurde, zum Teil mit maschineller Unterstützung, energisch Hand angelegt. 23 Vereinsmitglieder brachten es auf rund 200 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Erstaunlich war zum Beispiel, dass der Widerstand der Brombeer-, Himbeer- und Brennnesselwurzeln mehrfach überwunden werden musste. Doch produktiv ging es ebenfalls zu: Es wurde gejätet und gesät, insbesondere die Blühwiese an der Südostspitze des großen Dreiecks. Fünf Sitzgruppen möblieren jetzt die Fläche, davon eine mit kurzen Beinen speziell für die entsprechenden Nutzer. Zur Aufstellung der beiden „Waldschänken“ – Sitzgruppen mit Überdachung – erwies sich die Hilfe von Jörg Iffarth und seinem Radlader unverzichtbar, dafür einen Extra-Dank.

Die Beschilderung soll noch durch weitere Info-Schritte ergänzt werden. Überhaupt ist Weiteres geplant oder denkbar, Stichworte lauten Insektenhotel oder Weiden-Iglu. Vielleicht hat gerade der Kindergarten noch weitere Ideen. Aber schon jetzt ist die ganze Anlage ein Schmuckstück in der Landschaft. Da regt sich allerdings beim Vereinsvorsitzenden wie auch bei Uli Steidler und weiteren Mitgliedern die Sorge, die ohnehin notwendigen Erhaltungsmaßnahmen könnten durch Vandalismus erschwert oder verursacht werden.

Ortsteilbürgermeister Michael Strunz, in Personalunion einer der Vizevorsitzenden des Vereins, hat natürlich allen Grund, einen solchen Höhepunkt der Dorfverschönerung mit einem großen Dank zu versehen; steht er doch für ein wichtiges bürgerschaftliches Engagement. Da passte es hinein, auch die Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr zu loben, die in der vorangegangenen Gewitternacht einen in Flammen stehenden Baum in der Ortsmitte gelöscht hatte. Einsatzleiter Henrik Strunz (Verwandtschaft kann gern und berechtigt vermutet werden) erzählte, die herbeigerufene Polizei habe Blitzschlag als Brandursache definiert; dem Augenschein nach hätten jedoch auch andere Gründe vorliegen können.

Schließlich kam ein weiterer, nach Gerhard Bärs Überzeugung für den Zusammenhalt sehr wirkungsvoller Brauch zu seinem Recht: Bei wichtigen Ereignissen im Vereinsleben, bei den meist gut angenommenen Arbeitseinsätzen und natürlich insbesondere bei solchen Highlights wie der Einweihung des Rastplatzes am Wiesendreieck soll auch der Körper mitfeiern. Also konnten die Gäste zu Bier und anderen Getränken greifen und der örtliche Fleischer rückte an und hatte keinen Rost dabei, sondern wegen der Waldbrandgefahr in seinem Wärmebehältnissen zwei Varianten Fleischkäse mit Brötchen – auf Bayrisch, so verkündete Bär, ein LKW: ein Leber-Käs-Weck.

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