Narretei in Sonneberg Nach stürmischem Start wird’s süffig und klischeebeladen

Madlen Pfeifer, Doris Hein,

Die Narren im Kreis Sonneberg machen sich startklar für den 11.11. und den Sturm auf die Rathäuser. So richtig gefeiert wird anschließend allerdings nur in der Rennsteigregion.

Frauenpower darf nicht fehlen zur „Großen Faschingseröffnung“ am 15. November in Neuhaus am Rennweg, wenn’s heißt: „Es präsentiert der NCV – typisch Mann, typisch Frau!“ Foto: Norbert Kleinteich

Es gibt dieses eine Datum im Jahr, dem die Narren allerorts entgegenfiebern. Nun rückt es Tag für Tag ein Stückchen näher und die Vorfreude steigt. Am kommenden Dienstag ist es soweit: Im Kalender taucht der 11.11. auf und das närrische Volk vom Rennsteig bis ins Sonneberger Hinterland macht sich bereit, die Rathäuser zu stürmen und den Start in die fünfte Jahreszeit gebührend zu feiern.

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Dreimal pünktlich, einmal mit Verspätung

Hoch oben im Landkreis stehen in Neuhaus am Rennweg die Mitglieder des Neuhäuser Carnevals- und Kirmesvereins (NCV) in den Startlöchern, um pünktlich um 11. 11 Uhr das Bürgerhaus zu stürmen und sich den Schlüssel für den Verwaltungssitz von Bürgermeister Uwe Scheler überreichen zu lassen. Im benachbarten Lauscha übernehmen die Narren des Lauschaer Carnevalvereins ebenfalls um 11.11 Uhr die Macht. Heuer bekommen sie den für die Glasstadt typischen gläsernen Rathausschlüssel allerdings nicht wie gewöhnlich auf dem Hüttenplatz von Bürgermeister Christian Müller-Deck ausgehändigt, sondern direkt in dessen Amtssitz.

Zeitgleich wie in Neuhaus und Lauscha lassen’s auch die Sonneberger Narren krachen. Der Faschingsverein „Kuckuck“ flattert sodann ins Rathaus ein, um sich dort im Saal im Zuge der symbolischen Schlüsselübergabe die Regierungsgewalt von Bürgermeister Heiko Voigt für die Monate der närrischen Zeit überantworten zu lassen. Im Rahmen dessen werden nicht nur das Prinzenpaar und das Kinderprinzenpaar feierlich vorgestellt, sondern auch die „Sumbarcher Waschweiber“ Silvia Otto und Doris Motschmann für ihr 30-jähriges Engagement ausgezeichnet.

Mit Verspätung begeben sich auch in diesem Jahr die Narren in Schalkau in die Faschingssaison. Wie gehabt stürmen die Mitglieder vom Kulturbund das Rathaus erst am Abend um 19.11 Uhr. Darüber hinaus gehen sie die fünfte Jahreszeit ruhig an. Vielmehr wird bis Januar fleißig trainiert, damit die vier Gruppen des Vereins dann bestens auf die Hoch-Zeit des närrischen Treibens im Februar vorbereitet sind. Ähnlich gemächlich läuft der Auftakt in die fünfte Jahreszeit im Übrigen auch bei den Sonneberger Kuckucken ab. Die ursprünglich für den 22. November geplante Faschingssitzung im Kultursaal in Neuhaus-Schierschnitz muss aufgrund mangelnder Teilnehmerzahl entfallen. „Dafür geben wir im kommenden Jahr Vollgas“, verspricht Vereinschef Sascha Reichenbacher.

Ganz anders sieht das im Norden des Landkreises aus. In Lauscha wird das erste Wochenende der frisch gebackenen Faschingssaison in vollen Zügen genossen: bei einer närrischen Weinprobe im Doppelpack – einmal am Freitag und einmal am Samstag, 14. und 15. November. Die Karten dafür sind aber bereits seit September ausverkauft.

Auch in Neuhaus am Rennweg hält sich das närrische Volk nach dem Start in die bunte Jahreszeit nicht zurück und lädt für Samstag, 15. November, zur „Großen Faschingseröffnung“ ins Kulturhaus ein. Unter dem Motto „Es präsentiert der NCV – typisch Mann, typisch Frau!“ wird’s im Programm um die Unterschiede der beiden Geschlechter gehen, aber ebenso darum, dass das Leben ohne Männlein bzw. ohne Weiblein nur halb so schön wäre. Die NCV-Damen werden Frauenpower beweisen und die Herren der Narrenschöpfung ihre Hüllen fallen lassen. Alles in allem können sich Karnevalsfreunde auf Sketche, Spiele und jede Menge aufwendig inszenierte Tänze freuen. Auch die Jugendgarde mischt mit, ebenso die kleinsten Narren der Konfetti-AG. Nicht fehlen darf natürlich der Gastauftritt der Schibbi-Abba-Girls aus Scheibe-Alsbach.

Das Programm des NCV beginnt um 20.11 Uhr. Einlass ist ab 19 Uhr. Wer sich dafür noch Plätze reservieren möchte, darf das bei Vereinsvorstand Marcel Grafe unter (0170) 8178740 tun.

Apropos reservieren: Die Karten für die vier Büttenabende in Lauscha am 23., 24., 30. und 31. Januar 2026 sind bereits ausverkauft. Wer den Termin verpasst hat, aber auf jeden Fall beim Büttenabend dabei sein möchte, dem sei gesagt, dass es sich trotzdem noch lohnen könnte, sich zu melden – per Anruf, WhatsApp oder SMS an (0162)9612931. Denn: Falls es Rücklaufkarten gibt, werden weitere Anfragen in der Reihenfolge des Bestelleingangs bearbeitet. Einlass ist an allen Tagen um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Der Familienbüttenabend findet am Sonntag, 25. Januar, ab 14 Uhr statt. Dafür ist keine Kartenreservierung nötig.