Der israelische Ex-Militärgeheimdienstchef Tamir Hayman sagte, der Friedensrat stehe vor einer "enormen Bewährungsprobe". Entscheidend sei neben der Entwaffnung der Hamas die Frage, wann die palästinensische Übergangsverwaltung ihre Arbeit aufnehmen könne. Es müsse sich außerdem zeigen, ob es gelinge, palästinensische Ordnungskräfte in der von der Hamas kontrollierten Zone zu stationieren. "Dies sind die drei zentralen Prüfsteine, die wir in den kommenden Tagen oder Wochen erleben werden", sagte Hayman, der Leiter der Denkfabrik INSS ist.
Welche Länder sind im Friedensrat vertreten?
Der Friedensrat hat aktuell etwa zwei Dutzend Mitglieder, darunter Ungarn, Israel, Belarus, Katar, Saudi-Arabien und die Türkei. Bei der ersten Sitzung waren unter anderem der ungarische Regierungschef Viktor Orban und Argentiniens Präsident Javier Milei mit dabei.
Zum Beitritt eingeladen wurden allerdings noch deutlich mehr Länder: Mindestens 60 Staaten sollen es gewesen sein. Auffällig war bei der Gründung in Davos, dass einige der Erstunterzeichner-Staaten autoritär regiert werden.
Viele europäische Länder lehnen eine Beteiligung ab. Als Abweichler sticht vor diesem Hintergrund Orban heraus. Er gilt als enger Verbündeter Trumps.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, hatte vor dem Treffen mitgeteilt, dass Vertreter aus mehr als 40 Ländern erwartet würden. Die Sitzung fand im jüngst umbenannten Donald J. Trump Friedensinstitut in Washington statt. Der erste Redner war Trump, auch US-Außenminister Marco Rubio, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der Sondergesandte Steve Witkoff hielten Ansprachen.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu selbst war nicht bei der ersten Sitzung dabei, stattdessen war Israels Außenminister Gideon Saar anwesend. Auch der britische Ex-Premierminister Tony Blair nahm teil. Großbritannien ist zwar kein Mitglied des Friedensrates. Trump hatte Blair aber in ein Gremium berufen, das die Ziele des Friedensrates im Gazastreifen umsetzen soll.
Und was ist mit Deutschland?
Wie viele andere europäische Staaten lehnt Deutschland eine Beteiligung am Friedensrat ab, weil er als Konkurrenz zu den von Trump kritisierten Vereinten Nationen gesehen wird. An der ersten Zusammenkunft des Gremiums wollte Deutschland allerdings trotzdem auf hoher Beamtenebene teilnehmen, wie in Berlin aus dem Auswärtigen Amt bekannt wurde.