Nächstes Ausrufezeichen Vennekamp muss sich nur der neuen Weltrekordlerin beugen

Thilo von Hagen

Die Europameisterin und frühere Weltmeisterin ist die einzige Schützin, die mit der Inderin mithalten kann.

Fast wieder ein Volltreffer: Doreen Vennekamp. Foto: IMAGO/Archiv: Gerhard König

Während das Gewehr-Finale nahezu rein europäisch besetzt war, so musste sich die in Steinbach-Hallenberg wohnende Doreen Vennekamp im Finale des Weltcups der Sportschützen in München mit der Sportpistole mit sechs Asiatinnen auseinandersetzen. Unter ihnen war auch Jiin Yang aus Südkorea, Olympiasiegerin, Weltmeisterin und aktuelle Weltranglisten-Erste.

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Doch das Finale wurde von einer anderen Schützin dominiert: Die erst 21-jährige Esha Singh lag von der ersten Serie an in Führung, blieb in fünf der zehn Fünferserien fehlerfrei und überbot am Ende den Weltrekord um einen Treffer auf nunmehr 43, was auch an Vennekamp lag: „Ich habe mit ihr die Woche in Suhl trainiert und habe ihr gesagt, dass ich sie wohl zu gut trainiert habe.“

Die einzige Schützin, die einigermaßen mit der Inderin mithalten konnte, war die Europameisterin: Die ersten drei Serien machte Vennekamp jeweils vier Hits, in der fünften Serie traf sie erstmals „voll“ und verkürzte den Rückstand auf drei Treffer. Obwohl sie auch in der Folge gut schoss, kam sie nicht mehr näher heran. „Ich strebe einen Viererschnitt an, wenn ich gut drauf bin. Das habe ich jetzt knapp nicht geschafft, weil zu viele Dreier dabei waren.“

Die Silbermedaille vor der Bulgarin Miroslava Mincheva war jedoch in keinster Weise gefährdet: „Es ist ein schöner Anschluss an den EM-Titel, um zu zeigen, dass es kein One-Hit-Wonder war, sondern, dass es wieder bergauf geht. Ich freue mich, dass die Maßnahmen fruchten“, sagte Vennekamp.

Um die Zukunft positiv zu gestalten, half Vennekamp und dem Team um Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause auch ein Blick zurück. Vennekamp: „Ich wollte in der Vergangenheit alles perfekt machen. Wir wollen das wieder öffnen. Es ist wichtig, im Training alles zu perfektionieren, aber im Wettkampf muss man es zusammenfügen können.“

In der Qualifikation hatte die frühere Weltmeisterin Vennekamp nach dem Präzisions-Teil mit hervorragenden 297 Ringen noch das Feld angeführt. Im Duell-Teil wollte sie den Finaleinzug finalisieren, das gelang ihr souverän, auch wenn sie mit den 294 Ringen nicht ganz einverstanden war: „Ich bin mit dem Duell nicht wirklich zufrieden, aber das ist Jammern auf hohem Niveau, wenn man über 590 schießt.“