Nachruf Ulrich Engelhardt: Er liebte den Wald und die Menschen

Die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Sonneberger Grenzland trauern um Revierförster Ulrich Engelhardt.

Sonneberg/Föritztal - Der Wald hatte Glück mit ihm als Förster und wir hatten Glück mit ihm als Mensch.

Das sagen die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Sonneberger Grenzland im Gedenken an Revierförster Ulrich Engelhardt, der am 2. Februar 2021 im Alter von 63 Jahren jäh aus dem Leben gerissen wurde.

Es begann mit dem Waldbauernbrief

Ihre Zusammenarbeit begann vor 14 Jahren, als Engelhardt die Ausbildung für den „Waldbauernbrief“ gemeinsam mit dem Thüringer Waldbesitzerverband organisierte. Die heutigen Vorstandsmitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Martin Rupp und Jens Schindhelm, die heutigen Beisitzer Heiko Zapf, Heiko Obstfelder und Holger Hartan nahmen daran teil. Ulrich Engelhardt bereitete Neugründung einer aktiven Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) in der Region vor, die 2008 in Heinersdorf aus der Taufe gehoben wurde. Engelhardt wurde stellvertretender Vorstand und organisierte vieles: die jährlichen Frühjahrs- und Herbstbestellungen von Jungpflanzen, die Sammlung der Bestellungen, die Zusammenarbeit mit den Baumschulen, um nur einiges zu nennen. Er half den Besitzern bei den Anträgen auf forstwirtschaftliche Förderungen und kümmerte sich auch um die Fördermittel für die Forstbetriebsgemeinschaft.

Großartiger Organisator

„Er war einfach ein großartiger Organisator“, bestätigt der langjährige Vorstand Ulrich Wicklein. Und die Vorstände erinnern sich gerne an jede von ihm geplante Vorstandssitzung, denn sie fand immer an einem interessanten Ort statt. Seine jährlichen Frühjahrsexkursionen organisierte er bis ins kleinste Detail. Rennebergs Pferdegespann für die Kinder und älteren Waldbesitzer durfte nicht fehlen, ebenso wenig wie Kaffee, frisch gebackene Pfannkuchen und Süßigkeiten für die Kinder. Durch seine vielfältigen Verbindungen und langjährigen Kontakte zu Forstunternehmern, Sägewerken und Kollegen bei ThüringenForst konnten er außergewöhnliche Referenten für die Mitgliederversammlungen gewinnen. „Eine Vielzahl an Waldbesitzern sind allein durch sein Auftreten in unsere FBG eingetreten. Und Uli war immer sehr aufmerksam. So besorgte er an den beiden Jahreshauptversammlungen, die auf einen 8. März fielen, für jede Besucherin zum Frauentag ein Blumenpräsent“, erinnern sich die Vorstandsmitglieder.

Sicherheit zuerst

Für Ulrich Engelhardt war die Arbeitssicherheit ein großes Thema. „Er war es, der dafür Sorge trug, dass viele Waldbesitzer und Selbstwerber ihre Motorsägenausbildung absolvierten“, bestätigt der Vorstand. „Ulrich Engelhardt verhalf unserem Zusammenschluss zu einer großartigen wirtschaftlichen Entwicklung“, schätzen die Vorstandsmitglieder ein.

Kastanie am Forstweg

Der Revierförster legte ein besonderes Augenmerk auf den Wegebau im Wald. Beim Wegebauprojekt in Gessendorf hat er auf einer Wegkreuzung nördlich der Gessendorfer Quelle sogar eine Kastanie gepflanzt. Sie soll nun daran erinnern, dass Ulrich Engelhardt ein Bindeglied und eine Schaltstelle zwischen den Waldbesitzern, Forstunternehmern, Holzkäufern und dem Forstamt Sonneberg war. Jeder der ihn kannte, bestätigt: Er ging individuell auf die Eigenheiten seiner Mitmenschen ein. Es gelang ihm Lösungen zu finden und die vielen Interessen auszugleichen.

Ein perfekter Vermittler

So entwickelte sich in der Region die gute Zusammenarbeit zwischen Privat- und Staatswaldbesitz, zwischen Waldbesitzern, Jägern und Jagdgenossenschaften. Oft schlüpfte er auch in die Rolle des Schlichters. Die Waldbesitzer schätzten insbesondere seine Verhandlungskünste mit den Holzeinkäufern. Engelhardts große Liebe zum Wald zeigte sich besonders nach den großen Stürmen Kyrill, Emma, Christian, die den Wäldern zusetzten. Viele betroffene Waldbesitzer erinnern sich auch an seine Hilfe in den letzten drei Dürrejahren im Wald.

„Sein Beruf war Berufung und sein Können war ein riesengroßes Glück für uns“, sagt der Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft. „Es macht uns traurig, einen solchen Freund verloren zu haben.“

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