Nachruf Journalist Hartmut Schulze gestorben

Klaus-Ulrich Hubert

Viele Jahre lang war Hartmut Schulze Redakteur dieser Zeitung. Nun ist er im Alter von 71 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

Hartmut Schulze. Foto: privat

Nach Jahren immer schwerer verlaufender Erkrankung starb in der Nacht zum Dienstag unser langjähriges Redaktionsmitglied Hartmut Schulze aus Angelroda im Alter von 71 Jahren. Darüber informierte zur Wochenmitte seine Tochter Anina, eines von drei Geschwisterkindern, die Arbeit und Wohnsitz in Mühlhausen aufgab, um ihren Vater daheim seit Jahren pflegen zu können.

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Im August dieses Jahres war es genau 30 Jahre her, dass Hartmut Schulze zur Ilmenauer Lokalredaktion der Heimatzeitung – damals noch in der Bahnhofstraße – kam. „Nicht noch mal aus einem weiteren westdeutschen Versuchsballon schreiben“, war sein Credo, als sein erster Nachwende-Arbeitgeber, die Tageszeitung „Thüringer Tag“, das Zeitliche segnete …

Unter dem Kürzel „hs“ war Hartmut Schulze – der „Lange“, wie ihn Freunde gern nannten – bis zum gesundheitsbedingt vorzeitigen Ruhestand 2015 vor allem in seinem lokalen Schwerpunkt-Revier Geratal bekannt. Zeitweilig auch als stellvertretender Ilm-Kreis-Redaktionsleiter.

Chaotischer Presseball

Eines der größten und aufregendsten gesellschaftlichen Gemeinschaftserlebnisse in seiner Zeitungszeit war die Organisation von zwei großen Presseball-Events in Ilmenau Anfang der 90er-Jahre zusammen mit der damaligen Redaktionsleiterin Gabi Koller, dem Homburger Kollegen Gerhard Müller, und dem Redakteurskollegen Klaus-Ulrich Hubert. Vielen in Erinnerung geblieben ist ausgerechnet der chaotischere der beiden Pressebälle. Denn nach einem Feuer im Parkcafé der Festhalle, in dem der Ball hätte stattfinden sollen, gab es den spontanen Not-Umzug hinüber in den eiskalten früheren Speisesaal des Henneberg-Porzellanwerks. Den und die Stimmung heizten Tausende eilig besorgte Kerzen an – und die „FW-Singers“ Schulze, Koller, Müller, Hubert mit musikalisch-selbstironischen Songs zum Nachwende- und Redaktionsalltag.

Dass Hartmut Schulze auch eine Leidenschaft für die Kultur hatte, war schon lange vor den Pressebällen bekannt. Zu DDR-Zeiten spielte er in regional bekannten Bands wie „Synchron“ und „Positron“. In den 70er- und 80er-Jahren absolvierte er ein Kunsterziehungs- und später ein Ingenieurstudium. Er war Abteilungsleiter im VEB Technisches Glas und Leiter der Festhalle.

„Still Loving You“

Wenn Schulze zu Beginn des neuen Jahres bestattet wird, dürften ihm Angehörige und frühere Musikerfreunde gewissermaßen einen letzten Musikwunsch erfüllen. „Still Loving You“ von den Scorpions war sein am liebsten mit Bands intonierter Song aus den Jahrzehnten als Tanzmusiker.

Seine Fototasche umgeschnallt, verabschiedete sich Hartmut Schulze in den Feierabend oder zu Versammlungen stets in den Redaktionsräumen mit „Tschüssi, bis morgen!“ Nun wird das „Tschüssi“ letztmalig erwidert.