Nachruf auf Frank Nürnberger Fast ein Jahrzehnt den Ort geprägt

Frank Nürnberger wurde 1990 Bürgermeister in Walldorf. Foto: Meininger Tageblatt

Frank Nürnberger stand in der Zeit von 1990 bis 1999 der Gemeinde Walldorf / Werra als Bürgermeister vor. Im Dezember 2022 ist er im Alter von 72 Jahren verstorben. Die Beisetzung erfolgte am Samstag.

Mit der ersten freien Kommunalwahl in der DDR kam Frank Nürnberger am 6. Mai 1990 in die Verantwortung als hauptamtlicher Bürgermeister. Er führte damit die Gemeinde Walldorf in der ereignisreichen Zeit der deutschen Wiedervereinigung. Dabei agierte der Sozialdemokrat so erfolgreich, dass er im Jahr 1994 mit 87 Prozent aller abgegebenen Wählerstimmen im Amt bestätigt wurde. Frank Nürnberger stand dem Ort, zuletzt als ehrenamtlicher Bürgermeister, bis zum Jahr 1999 vor. Der am 26. Juli 1950 geborene Walldorfer prägte damit fast ein Jahrzehnt die Geschichte und die Entwicklung der Gemeinde.

In seiner Amtszeit galt es, wichtige Entscheidungen zu treffen und Vorhaben zu realisieren. Als eine der ersten Investitionen wurde mit der Deutschen Einheit die Inavlidenstraße komplett ausgebaut. Zudem konnte die Gemeinde mit fachlicher Unterstützung der Partnerkommune Walldorf / Baden bereits Gelder aus der Städtebauförderung zum Erhalt denkmalgeschützter Häuser akquirieren. Im Zuge der wirtschaftlichen Neuordnung leistete die Gemeindeverwaltung Walldorf unter Leitung von Frank Nürnberger geforderte Zuarbeiten an die Treuhand. Diese wollte unter anderem das einstige Plattenwerk Walldorf, in dem er einmal selbst gearbeitet hatte, privatisieren. Das gelang nicht. Aber an dem Standort etablierten sich in den 1990er Jahren neue Firmen und das Bildungswerk Bau Hessen-Thüringen. Die Gemeinde konnte hingegen erfolgreich im Zuge des Altschuldenhilfe-Gesetzes ihr gehörende Wohngebäude privatisieren. Außerdem wurde in der Amtszeit von Frank Nürnberger in Walldorf ein erster Flächennutzungsplan erstellt, der zur Grundlage für viele wichtige Investitionen in den kommenden Jahrzehnten werden sollte. Ebenso entstand das Wohngebiet an der Ringstraße seinerzeit neu und es wurde ein Sondernutzungsgebiet Gewerbe an der Bundesstraße B19 ausgewiesen.

Mit Wirkung zum 1. Januar 1992 gründeten die Gemeinden Walldorf, Wallbach und Metzels die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Walldorf. Dieser stand Frank Nürnberger als ehrenamtlicher Vorsitzender der Gemeinschaftsversammlung vor.

Im Jahr 1995 wurde die VG Walldorf in die Verwaltungsgemeinschaft Wasungen – Amt Sand aufgenommen. Zugleich wechselte Frank Nürnbeger beruflich als Mitarbeiter in die in Wasungen ansässige VG-Verwaltung. Dort betreute er zunächst den Bereich Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) und Zusatzleistungen. Später war er im Bauamt und dann auch als Administrator in der Verwaltung tätig. Seine Kolleginnen und Kollegen schätzten Frank Nürnberger, der 2015 in den Ruhestand ging, als einen ruhigen und zuverlässigen Mitarbeiter. Auch nach dem Renteneintritt übernahm er noch einige geringfügige Arbeiten in der Wasunger Verwaltung.

In der Freizeit galt seine Leidenschaft der Fotografie und der Schauspielbühne. Am Theater Meiningen trat er unter anderem als Laiendarsteller in „Die Legende von Paul und Paula“ und anderen Stücken auf.

Mit Frank Nürnberger verliert Walldorf einen engagierten Bürger, der in Umbruchzeiten die Gemeinde erfolgreich führte, würdigt die heutige Ortsteilbürgermeisterin Ute Pfeiffer sein Wirken.

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