An seinem 40. Geburtstag, am 8. Juni 1990, änderte sich alles für Klaus Thielemann. Es ist sein erster Arbeitstag im Schmalkalder Landratsamt, einem unbekannten Terrain. Die zurückliegenden 15 Jahre hatte der aus Großlehna bei Leipzig stammende Diplomingenieur für Automatisierungstechnik im VEB Bauelementewerk in Wernshausen gearbeitet, zuletzt als Technischer Direktor. Nun mit der Wahl zum stellvertretenden Landrat betrat der drahtige, hochgewachsene Mann von der SPD erstmals seine neue Arbeitsstätte. Er galt als zupackend und ergebnisorientiert, als Mann mit Durchhaltevermögen, kein Vielschwätzer. An der Seite des Lehrers Ralf Luther, der frisch als CDU-Mann zum Landrat gewählt wurde, soll er künftig den Landkreis Schmalkalden lenken.