Nachhaltigkeit Joko Winterscheidt will mit Socken den Wald retten

Der Entertainer und Unternehmer Joko Winterscheidt pflanzt ein Bäumchen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa Foto: dpa

Der Fernsehunterhalter wirbt für ein Socken-Label, mit dem er den Klimawandel wenigstens ein kleines bisschen aufhalten will. Um selbst aktiv zu werden, greift er zu Schippe und Spaten.

Mirow - Entertainer Joko Winterscheidt möchte mit einem neuen Socken-Label dazu beitragen, einen Wald in Mecklenburg-Vorpommern an den Klimawandel anzupassen.

Um einen Teil des CO2-Ausstoßes zu kompensieren, das bei der Produktion der Socken freigesetzt wird, werden in der Nähe von Mirow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) neue Bäume gepflanzt. Mit Unterstützung der Deutschen Wildtier Stiftung solle in einer Monokultur-Fläche ein stabiler und gesunder Mischwald entstehen, der weniger anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels oder parasitären Befall ist. Das erklärte Winterscheidt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur, als er mit seinem Team die ersten Bäume pflanzte. Bei dem neuen Socken-Label ist unter anderem auch der Fashion Online Shop About You beteiligt.

"Die ursprüngliche Idee war, mit Socken anzufangen und zu schauen: Kann man dieses kleine Produkt CO2-neutral produzieren? Socken ohne Fußabdruck!", sagte Winterscheidt. Im Prozess habe das Team aber festgestellt, dass eine CO2-neutrale Herstellung noch nicht möglich ist. Experten hätten Baumpflanzungen als ein gutes Mittel auf dem Weg zur CO2-Neutralität empfohlen, sagte Winterscheidt: "Wir wollten aber nicht die sein, die Quadratmeter im Regenwald über Kompensations-Zertifikate retten, was wir nicht nachprüfen können. Wir haben uns dann Mecklenburg-Vorpommern ausgesucht. Hier können wir jederzeit hinfahren und uns den Fortschritt anschauen."

Beim Kampf gegen den Klimawandel habe er das Gefühl, selbst etwas machen zu müssen, erklärte Winterscheidt sein Engagement für Nachhaltigkeit. Er sei schon früh Fan der "Fridays for Future"-Bewegung gewesen und selbst auch aktiv. Nun wolle er zeigen, dass es möglich sei, im Bereich von Unternehmen etwas zu verändern. In den Strukturen der deutschen Wirtschaft sehe er noch zu wenig Bewegung hin zu mehr wirksamen Klimaschutz, sagte Winterscheidt: "Wenn die Großen es nicht vormachen, müssen es wohl Andere machen. Ich fand, es wäre eine gute Gelegenheit, mit so etwas fast Banalem wie einer Socke zu zeigen, wie komplex der Prozess ist. Aber trotzdem zu beweisen: Es geht, wenn man anfängt!" Dass der Klimawandel eine ernste Bedrohung ist, sei schon lange klar. Er verstehe nicht, warum bisher nicht mehr passiert sei.

Mitten in der Kiefer-Monokultur in dem betroffenen Waldstück würden zunächst Traubeneichen und später Rotbuchen gepflanzt, erklärte Sebastian Brackhane, Referent für Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Diese kämen mit Trockenheit und den sandigen Böden in der Region gut zurecht. Geplant seien rund 4000 neue Bäume pro Jahr im Rahmen des Socken-Projekts.

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