Nachgefragt Ein Leck in der Leitung, aber noch keine Lösung

Wasser läuft aus einem Rohr: Foto: Bodo Marks/dpa

Das Geräusch von laufendem Wasser hat Anwohner in der Schmalkalder Marienstraße auf den Plan gerufen. Unser Leser Günther Wilhelm bat die Redaktion, in der Sache nachzuhaken.

Schmalkalden - Welche große Bedeutung das Wasser für unser Leben hat, hat der große deutsche Dichter und Universalgelehrte Johann Wolfgang von Goethe in seinem bekannten Werk Faust 1832 beschrieben, welches mit den folgenden Worten beginnt: „Alles ist aus dem Wasser entsprungen! Alles wird durch das Wasser erhalten!“ Mit diesen Worten steigt unser Leser Günther Wilhelm in das Thema ein, das ihn bewegt.

Seit mehreren Wochen würden die Bewohner eines Wohnblocks im Schmalkalder Marienweg mit einem „unerklärlichen Geräusch im Bereich des Kellers, wo sich die Absperreinrichtungen für die Ver- sorgungsleitungen Gas und Wasser befinden, konfrontiert“.

Mehrere Bewohner des Wohnblocks hätten sich sowohl telefonisch als auch per E-Mail mehrmals an den Vermieter der Immobilie, die Wohnungsbau GmbH der Stadt Schmalkalden, gewandt, verbunden mit der Bitte, der Ursache auf den Grund zu gehen.

Die Wohnungsbau GmbH habe daraufhin einen Mitarbeiter zur Begutachtung geschickt. Dieser Mitarbeiter sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich bei dem Geräusch möglicherweise um ein Leck in der Trinkwasserzuleitung außerhalb des Gebäudes handeln müsse. Die Mitarbeiter der Wohnungsbau GmbH hätten nach eigenen Angaben die Informationen an die Gespringwasser Schmalkalden als zuständigen Wasserversorger weitergeleitet.

Das Versorgungsunternehmen habe daraufhin zwischenzeitlich Mitarbeiter mit entsprechenden Messgeräten vorbeigeschickt, ansonsten habe sich in dieser Angelegenheit nichts getan. „Es ist doch eigentlich unverantwortlich für ein Versorgungsunternehmen in Kenntnis der Tatsache, dass sich in ihrem Versorgungsnetz ein Leck befindet und hier möglicherweise seit Wochen hunderte Liter des wertvollen Trinkwasser versickern. Offensichtlich nimmt man auch eine mögliche Katastrophe, wie die Entstehung eines Hohlraumes durch unkontrolliertes Ausspülen, verbunden mit einer Absenkung der Straße oder des Bürgersteiges, und somit eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer und Passanten oder das Unterspülen des Fundamentes des Wohnblockes mit unvorhersehbaren Folgen für die Bewohner, in Kauf.

Bei jeder sich bietenden Gelegenheit würden die Bürger zum verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser aufgerufen. „Dies dürfte auch für das Unternehmen Gewas zutreffen“, meint Günther Wilhelm. Unverständlich sei für ihn auch, dass auf der Webseite des Unternehmens keine Havariemeldung verzeichne sei.

Die Redaktion gab den Sachverhalt an die Gewas weiter mit der Bitte um Stellungnahme. Reinhard Köhler stellt fest, dass Herr Wilhelm sicherlich prinzipiell Recht damit habe, „dass unser kostbares Nass, das Trinkwasser, nicht ungenutzt versickern darf, was aber praktisch bei unseren teilweise noch veralteten Rohrnetzen nicht umsetzbar ist“.

Er könne ihm versichern, dass der Wasserversorger täglich, und dies gelte auch für das Bereitschaftssystem, über die gesetzliche Arbeitszeit hinaus bestrebt sei, die Wasserverluste infolge von Rohrbrüchen so gering wie möglich zu halten und diese schnellstmöglich zu beseitigen.

„Gerade in den letzten Monaten hatten wir ein zahlreiches und überdurchschnittliches Rohrbruchgeschehen“, so Köhler.

Wie nicht anders zu erwarten, sei die Umstellung eines Teils des Ortsnetzes Schmalkalden auf den Hochbehälter Queste II Schuld daran, dass es eine erhöhte Anzahl von Rohrbrüchen gab oder noch geben werde. Durch die relativ gering (ca. ein bar) erhöhten Druckverhältnisse taten sich im Stadtgebiet diverse Schwachstellen auf. Eine dieser Schwachstellen des Wasserrohrnetzes befinde sich im Bereich Marienweg. Hier sei eine relativ alte Stahlleitung (DN 100 mm) als Hauptleitung im Straßenkörper vorhanden.

Nach der Umstellung des Ortsnetzes sei dies bereits die vierte größere Störung in diesem Bereich. Drei davon seien zeitnah beseitigt worden, die neue Störung, stehe noch offen. Eigentlich hätten auch schon bei den drei Störungen die Leitungen komplett ausgewechselt werden müssen. „Die täglichen Aufgaben erfordern für uns immer wieder, Prioritäten zu setzen. Wo muss sofort eingegriffen werden bzw. an welcher Stelle muss die Rohrbruchbeseitigung eventuell um ein paar Tage verschoben werden, weil unsere vorhandenen Kapazitäten einfach nicht ausreichend sind“, beschreibt der Mitarbeiter der Gewas die Situation.

Aus Sicht der Gewas sei deshalb die Vorzugsvariante als finale Lösung des Problems „die komplette trinkwasserseitige Neuordnung der Marienstraße, beginnend vom Abzweig Allendestraße bis mindestens Abzweig Sophienweg“.

Dies sei aber nur in einer Gemeinschaftsmaßnahme möglich mit der Stadt Schmalkalden und weiteren Trägern öffentlicher Belange, wofür es aber derzeit noch keine zeitliche Einordnung gebe, erläutert Köhler. Er versichert aber, dass „die bekannten Störungen so schnell wie möglich behoben werden, auch wenn es für den Außenstehenden manchmal etwas zu lange dauert“. swo

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