Nach zwölf Jahren Pause Gosseler feiern wieder Kirmes

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Feiern statt zu winseln war das Motto der Kirmes. Foto: Klaus-Ulrich Hubert

Lange hatten die Einwohner Gossels keine Kirmes mehr gefeiert. Nun gab es eine Wiederbelebung dieser Tradition.

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wölf Jahre gab es in Gossel die einst traditionelle Kirmes nur noch als Erinnerung der Älteren. Doch Mitte vergangenen Jahres trafen sich Rebecca Schmidt und ihre Freundinnen Peggy und Josy: „Los Mädels, lasst uns mal wieder eine Kirmes planen!“ So habe Josy – Schülerin in Arnstadt – gesagt. Und so erinnert sich Samstagnacht auch Rebecca, Friseurin, daran, wie die Gosseler Kirmes wiedergeboren wurde.

DDR-geübte Besucher nannten die am Rande der durchtanzten Samstagnacht im riesigen, bestens gefüllten Festzelt ein „auszeichnungsreifes Jugendobjekt“. So wie das erfolgreiche Vorhaben unübersehbar ein sehr junges war, griff auch die Band „Red Heaven“ repertoiremäßig in Tasten und Saiten, blieb kaum ein leerer Platz auf dem Tanzboden.

Besucher aus nah und fern

„Wir sind nur noch 18 Jugendliche im Dorf“, schmunzelt die 20-jährige Peggy und freut sich, wie es das weibliche Kirmesvereins-Dreigestirn mit vielen Helfern vermochte, „so viele Besucher aus nah und fern anzulocken“. Unter dem stahlblauen Mitternachtshimmel herrschte am Samstag noch lange Hochstimmung im Festzelt, nachdem der Eröffnungsreigen der Kirmespaare im feinen Zwirn die Veranstaltung eröffnet hatte.

Und weil die meisten Besucher zu schicken Longdrinks, Bier und Bratwurst aus der Umgebung kamen, musste man denen kaum den Kirmesschlachtruf übersetzen: „Feiern statt zu winseln, Kermse auf den Linseninseln!“

Denn Gossel ragt wie eine kleine, steile Insel aus dem flacheren Umfeld zwischen Plaue, Crawinkel und Arnstadt auf. Die viel zu flache fruchtbare Mutterbodenschicht sei einst für andere Agrarproduktion zu mager gewesen. „Doch wenigstens Linsen wuchsen hier halbwegs“, erklärt Josy ihre Heimat auf den „Linseninseln“.

 

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