Nach Katastrophe 2013: Schleusingen verbietet Feuerwerk

2013 hat eine Feuerwerksrakete in der Fachwerkstadt Schleusingen einen Dachstuhlbrand am historischen Marktplatz ausgelöst. Deshalb ist auch in diesem Jahr Feuerwerk in der gesamten Innenstadt strikt verboten.

Schleusingen - In der historischen Schleusinger Innenstadt darf kein Feuerwerk abgebrannt werden. Das Verbot für die Silvesternacht gilt wie in den vergangenen Jahren, informierte Hauptamtsleiter Sebastian Fleischmann. Für die anderen Tage greift das deutsche Sprengstoffgesetz, nach dem generell kein privates Feuerwerk außerhalb der Silvesternacht gezündet werden darf. In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen ist Feuerwerk deutschlandweit zu jeder Zeit verboten.

Dass in Schleusingen solche Vorkehrungen getroffen werden, hat einen Grund: In der Silvesternacht 2013 war es im Marktbereich zu einem schwerwiegenden Dachstuhlbrand gekommen. Weder Hauseigentümer noch die Bewohner konnten den Brand verhindern. Erschwerend komme in der Innenstadt von Schleusingen die Enge der Altstadtstraßen und Gassen hinzu - im Unglücksfall eine Herausforderung für die Rettungskräfte und die Kameraden der Feuerwehr.

Aus dem Archiv:

Eine Silvesterrakete hatte den Brand im Dach am Markt 4 entfacht. Das Ladengeschäft im Erdgeschoss, in dem es neben Wolle und Handarbeits-Utensilien alles Mögliche für ein gemütliches Heim gibt, hat Glück gehabt. Es blieb vom Brand und Folgeschäden verschont. „Aber ich hab eine der Wohnungen im Dachgeschoss gesehen, eine wunderschöne Wohnung, die nur noch Schutt und Asche ist“, berichtete die Betreiberin. Dabei wusste Christine Siegling selbst bis Mittag nicht, was wirklich im Laden passiert ist. „Ich saß mit meinem Mann Neujahr gemütlich am Frühstückstisch in Breitenbach als wir im Radio hörten, dass in Schleusingen ein Dachstuhl gebrannt hat. Und ich hab noch gedacht: Na das ist ja für die Betroffenen ein Schreck gleich zum neuen Jahr. Wenig später rief der Vermieter an und informierte uns, dass es unser Haus war, in dem es gebrannt hat.“

Dass eine Silvesterrakete den Brand ausgelöst hat, brachte die Diskussion um ein Verbot des Silvesterfeuerwerks in der Innenstadt wieder auf. Vor allem die wüste Ballerei auf dem Markt erfüllt viele Anwohner mit Sorge. „Das war ja schon wie ein kleiner Krieg zwischen verschiedenen Gruppen, die sich gegenseitig mit Knallern beschossen“, erzählte eine Frau. „Die ballern und wollen Kraft zeigen, dazu kommt der Alkohol, es ist schon schlimm, was da abging.“

In dem Fall habe nach seinem Erkenntnissen eine bewusst schräg abgeschossenen Rakete das Feuer im Dachstuhl ausgelöst. „Das ist in meinen Augen vorsätzliche Brandstiftung. Hier muss die Polizei tätig werden. Der Täter verfolgt seine Rakete, der weiß genau, wo sie gelandet ist“, war Bürgermeister Klaus Brodführer überzeugt.

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