Glück gehabt, Gösselsdorf! Die Feuer sind gelöscht. Nach zehn Tagen unermüdlichen Einsatzes von 5000 meist ehrenamtlichen Feuerwehrleuten. 83 Hektar Wald sind abgebrannt. Aber niemand ist ums Leben gekommen. Die Häuser stehen noch. Und in den vom Brand gezeichneten verkohlten Flächen sprießt schon wieder vorsichtig zartes Grün. Es wird auch wieder Wald wachsen. Hirsche hin, Jagdfreunde her. Halt! Stopp! Gösselsdorf? Reden wir von unserem Gösselsdorf? Im Thüringer Schiefergebirge. Wir reden nicht von Kalifornien. Oder Griechenland. Von sonnenverwöhnten Gegenden, in denen es Brände katastrophalen Ausmaßes gibt. Auch wenn uns Bilder flüchtender Bewohner und brennender Häuser – wie wir sie von Kalifornien kennen – erspart geblieben sind: Waldbrände bisher unbekannter Dimensionen drohen auch uns. 83 Hektar. Das ist ein Drittel der Flur des Ortes, in dem ich wohne. Und der Wald reicht hier bis an den Ortsrand. Die Klimakatastrophe rückt uns auf die Pelle! Je trockener die Sommer werden, desto häufiger drohen Waldbrände. Und die Sommer werden heißer und trockener, auch wenn es jetzt mal drei Wochen geregnet hat. Gösselsdorf war ein Warnschuss. Der Ort steht jetzt für Waldbrände. Und dafür, dass die Klimakatastrophe bei uns angekommen ist. Seite 3 redaktion@insuedthueringen.de