Nach Bundes-Wahl Hennig-Wellsow legt auch Fraktionsvorsitz nieder

Susanne Hennig-Wellsow, neue Bundesvorsitzende der Partei Die Linke. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/dpa

Die neu gewählte Bundes-Vorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, hat sich nun vollständig von ihren politischen Spitzenämtern in Thüringen zurückgezogen. In der Fraktion sind viele darüber nicht wirklich erfreut.

Erfurt – Die Linke-Politikerin Susanne Hennig-Wellsow hat nun auch den Vorsitz der Linke-Fraktion im Thüringer Landtag niedergelegt. Nach Informationen unserer Zeitung erklärte sie am Mittwochmorgen während einer Fraktionssitzung ihren Rückzug von der Position. Hennig-Wellsow hatte bereits am Montag den Vorsitz des Landesverbands der Linken abgegeben.

Hintergrund für den Rückzug der 43-Jährigen von ihren Spitzenämtern in Thüringen ist, dass sie am Wochenende auf einem Bundesparteitag der Linken zu einer der zwei Bundesvorsitzenden der Partei gewählt worden war. Hennig-Wellsow hatte schon zuvor angekündigt, sich im Falle ihrer Wahl aus der Landespolitik zurückziehen und auf die Bundespolitik konzentrieren zu wollen. Sie hatte das auch damit begründet, dass der Job als Bundesvorsitzende sie voll ausfüllen werde und sie auch noch Zeit für andere Dinge außer Politik brauche. Sie „stehe auf ein gutes Leben“, sagte sie September 2020, als sie ihre Kandidatur für den Bundesvorsitz bekannt gab. „Ich würde niemals im Leben alle drei Ämter ausführen.“

Der Rückzug Hennig-Wellsows von der Fraktionsspitze wird unter den linke Abgeordneten im Landtag auch kritisch gesehen. Sie habe die Fraktion gut geführt und geeint, heißt es. Es sei unklar, wer dies nun so wie tun könne.

Der Abgang von Hennig-Wellsow aus der Landespolitik ist auch für das rot-rot-grüne Bündnis eine Belastung. Hennig-Wellsow galt bislang als eine wesentliche Säule der Koalition. 

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