Renate Schreyl lacht oft, wenn sie erzählt. Sie ist ein Mensch mit Humor, das spürt man schnell im Gespräch. Gern erzählt sie in Platt. Das geht der Mitbegründerin der bekannten Mundartgruppe „Motzings Enkele“ sehr leicht von den Lippen. Als Meininger Stadtführerin erfreut sie Touristen immer gern mit einer Kostprobe, wenn sie ihnen bei einem Rundgang die Meininger Sehenswürdigkeiten zeigt. Meist zitiert sie die einheimische Mundartdichterin Gisela Schill, die 2016 im Alter von 94 Jahren starb und auch dem Leibgericht der Meininger, dem Hütes, einen längeren Reim widmete. Renate Schreyl kann alle Verse auswendig. Sie schmunzelt, dann legt sie los: „Ich bin scho in so monche Schdoot, o manches Durf gekomme. Ho im Lokol un a privot mei Middoch eingenomme...“