Musikschule Suhl Spannende Einblicke in die Welt der Musik

Die Musikschule „Alfred Wagner“ Suhl ist gut durch die Corona- Pandemie gekommen. Die Schülerzahlen blieben nahezu stabil. Auch beim Tag der offenen Tür am Samstag herrschte großes Interesse.

Elisa will gar die Geige gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Siebenjährige ist mit ihren Eltern zum Tag der offenen Tür in die Musikschule gekommen, hat dort das erste Mal eine Geige in die Hand genommen und sich gleich in das Streichinstrument verliebt. Immer wieder führt sie den Bogen über die Saiten. „Ein Naturtalent“ staunt Geigenlehrerin Kornelia Racz. Zuvor waren die Pfeifer auch in anderen Unterrichtsräumen; haben andere Instrumente angeschaut. „Aber es ist definitiv die Geige. Wir werden sie wohl zum Geigenunterricht anmelden“, sagt der Papa.

Viele Eltern nutzten den Tag, um mit ihren Kindern, die breite Palette der Instrumente zu erkunden, die an der städtischen Musikschule erlernt werden können. Viele Lehrer sind da und stehen Rede und Antwort, zeigen die Instrumente und laden ein sie unter erster fachkundiger Anleitung auszuprobieren. Manche vereinbaren hinterher eine kostenlose Schnupperstunde, um bei Gefallen ihr Kind zum Unterricht anzumelden

Suche nach dem „richtigen“ Instrument

668 Schülerinnen und Schüler zählt die Musikschule derzeit, da manche in mehreren der immerhin 23 Ensembles spielen, sind es insgesamt über 900. Zu den aktuell nachgefragtesten Fächern gehören Schlagzeug, Klavier und Gesang. „Da gibt es Wartelisten“, sagt Leiterin Viola Bornscheuer. Die Schülerzahlen hätten sich im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit kaum verändert. „Wir sind mit Online-Unterricht und Proben in kleineren Gruppen relativ gut durch die von Beschränkungen geprägte Corona-Zeit gekommen; haben Abmeldungen nur in kleinerem Rahmen zu verzeichnen. Unsere Lehrer waren da sehr erfinderisch und engagiert“, sagt sie. 21 Lehrkräfte gehören zum Pädogenteam, festangestellte ebenso wie Honorarkräfte.

Der Tag der offenen Tür sei ein guter Anlass, um Interessenten Gelegenheit zu geben, bei einem einzigen Besuch nahezu alle Instrumente auszuprobieren, die Lehrer kennenzulernen und sich beraten lassen zu können. An diesem Tag sind alle Altersgruppen vertreten – von Erwachsenen, die ein Instrument erlernen möchten über Schulkinder bis hin zu den ganz kleinen Suhlern, für die es die seit Jahren sehr beliebten Angebote im Bereich der musikalischen Früherziehung gibt. Die Pädagoginnen Gabriella Balog und Sibylla Mahl boten dazu kleine Schnupperstunden mit Eltern und Kleinkindern an. Mini-Konzerte von Musikschülern und Lehrern, Mitmachangebote, Erklärungen zu den Instrumenten und die kulinarische Versorgung mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen durch die Elternvertretung – wegen des Regenwetters leider nicht im Grünen vor dem Haus – machen den Vormittag zu einem echten Erlebnis.

Für einen sowohl optischen als auch musikalischen Farbtupfer sorgte Max der Spielmann. Dieter Schumann, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, ist seit mehr als 20 Jahren unter anderem mit dem Erfurter Ensemble „Camerata“ unterwegs, um Menschen mit historischen Instrumenten die Musik des Mittelalters und der Renaissance nahezubringen. Persönliche Umstände haben ihn jetzt nach Suhl verschlagen, wo er bei genügend Interesse an der Musikschule Unterricht etwa mit der Drehleier oder dem „Hümmelchen“ genannten kleinen Dudelsack geben würde. Das Interesse an an ihm und seinen außergewöhnlichen Instrumenten war jedenfalls groß. „Wenn es Anmeldungen gibt, würden wir gern einen Honorarvertrag mit ihm schließen“, sagt Viola Bornscheuer.

Auf großes Interesse stieß der Besuch von Geigenbaumeister Ludwig Schäfer aus Gotha, der als langjähriger Partner auch für die Musikschule Suhl tätig ist. Er hatte im Kellergeschoss eine kleine Schauwerkstatt eingerichtet, führte kleine Reparaturen an Blechblas- und Streichinstrumenten aus und ließ sich dabei gern über die Schulter schauen.

Jubiläums-Fotoausstellung

Flankiert wurde der Tag der offenen Tür von einer neu eröffneten Ausstellung, die von mehreren Fotografen anlässlich des 65-jährigen Bestehens der Musikschule gestaltet wurde. Sie zeigt in den Unterrichtsräumen und an den Wänden der Flure großformatige Fotografien von den Ensembles, Kursen und Kooperationsprojekten der städtischen Einrichtung. Das Interesse an den Bildern war riesengroß, sodass der Raum zur Eröffnung die vielen Interessenten gar nicht zu fassen vermochte. „Es sind lebendige Zeugnisse des gemeinschaftlichen Musikerlebnisses, die Musizierfreude ausstrahlen und Lust darauf machen“, zeigte sich Viola Bornscheuer ebenso wie ihr Team und die anwesenden Besucher begeistert von den tollen Aufnahmen. Diese entstanden vornehmlich im Frühjahr dieses Jahres, als die Fotografen Christian Daether, Manuela Hahenbach, Jens Gutberlet und Frank Melech für das Projekt unterwegs waren. Wer möchte, kann die sehenswerte Ausstellung in den nächsten Monaten zu den Öffnungszeiten der Musikschule in Ruhe besichtigen.

n Die städtsiche Musikschule „Alfred Wagner“ ist Montag bis FReitag von 8 bis 16 Uhr für Anfragen, Informationen oder Anmeldungen unter Telefon: +49 (0) 3681 722296 oder per E-Mail unter musikschulestadtsuhl@gmx.de erreichbar.

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