Musikschule Endlich erklingen die Instrumente

Mit einem kleinen virtuellen Frühjahrskonzert will die Musikschule ihre Zuhörer erfreuen. Foto: Berit Richter

An diesem Montag kann die Musikschule Arnstadt-Ilmenau wieder mit Präsenzunterricht starten. Je nach Instrument einzeln oder in kleinen Gruppen.

Ilmenau/Arnstadt - „Wir freuen uns alle sehr“, sagt Björn-Helmer Schmidt, Leiter der Musikschule Arnstadt-Ilmenau. Nach langen Monaten der Corona-Schließungen und des Distanzunterrichts kann an diesem Montag endlich wieder der Präsenzunterricht starten, natürlich unter Corona-Auflagen. Das heißt, es können Kleingruppen mit bis zu fünf Personen gemeinsam Unterricht erhalten.

Besondere Regelungen gibt es aber für den Gesangs- und Blasmusikunterricht. Um daran teilzunehmen, müssen Schülerinnen und Schüler ab dem Alter von sechs Jahren eine Bescheinigung über einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist. „Diese Bescheinigung sollte den Lehrkräften gezeigt werden. Wenn diese nicht vorliegt, kann an diesem Tag dieser Unterricht leider nicht stattfinden“, erklärt Schmidt.

Gesang nur mit Test

Im Bereich Gesang und Bläser ist auch nur Einzelunterricht möglich. „Wir sind gerade dabei zu prüfen, ob wir Unterricht im Freien machen können“, erzählt Schmidt. So könne er sich vorstellen, dass dies in Arnstadt im Hinterhof passiere, wenn man nicht akustisch mit der nahem Baustelle kollidiere, oder auch in der Natur. „Unsere Lehrkräfte werden ihrer Kreativität freien Lauf lassen“, verspricht der Musikschulchef, bittet aber auch um Verständnis, „dass in der ersten Woche sicher noch nicht alles laufen wird. Für uns ist das jetzt wie der Start in ein neues Schuljahr. Da brauchen wir auch eine Woche, bis alles rund läuft.“ Zumal ja eben auch keine Dienstbesprechungen in Präsenz möglich waren, alles per Telefon und Internet organisiert werden musste.

Er hoffe, so Björn-Helmer Schmidt, dass die Inzidenz im Ilm-Kreis weiter sinke, sodass bald auch bei den Bläsern und Sängern auf die Testpflicht verzichtet werden könne. Sechs Lehrkräfte und „ein nicht unerheblicher Teil unserer Schüler“ seien aktuell von diesen Auflagen betroffen.

Keine Konzerte

Für alle Schüler gelten weiter die Hygiene-, Abstands- und Verhaltensregeln. „Idealerweise bringen Eltern ihre Kinder nur bis zur Tür der Musikschule“, so Schmidt. Bei Unterzwölfjährigen gäbe es aber die Möglichkeiten, dass Eltern bis zum Unterrichtsraum mitkommen und, wenn es pädagogisch geboten scheine, auch der Stunde beiwohnen. „Erwachsene verstehen Anleitungen zum Üben doch anders als die Kinder“, so Schmidt.

Dass viel nachgeholt werden muss ist dem erfahrenen Musikschulleiter klar. Auch wenn die Lehrkräfte in den letzten Monaten virtuellen Kontakt zu ihren Schützlingen hielten, was laut Schmidt, häufig „technisch ziemlich herausfordernd“ gewesen sei. Nun wolle man in den nächsten zwei Monaten bis zu den Schulferien so viel wie möglich aufholen.

Der Nachholbedarf ist auch der Grund, warum die Musikschule aktuell keine Konzerte plant, wie sie sonst immer zum Schuljahresende anstehen. „Wir müssen unsere Schüler erst einmal wieder auf ihren Stand bringen. Sie noch auf Auftritte vorzubereiten, das schaffen wir nicht“, sagt Schmidt. Mit Konzerten würde man zudem unnötig Druck aufbauen. Aktuell hätten nur die Teilnehmer von „Jugend musiziert“ ein fertiges Programm. Und das Üben in größeren Ensembles sei ja noch gar nicht möglich. „Deshalb haben wir erstmals auch die Teilnahme am Bach-Festival abgesagt“, erklärt Björn-Helmer Schmidt, verspricht aber auch: „Wir kommen wieder, mit tollen Programmen und mit viel Spaß an der Musik.“

Anmeldungen möglich

Der soll ab kommendem Schuljahr auch gern wieder neuen Schülern vermittelt werden. „Anmeldungen sind schon jetzt möglich“, so Schmidt. Noch sei das Interesse aber schleppend, was der Musikschulleiter auch verstehen kann. Es bestehe eben eine große Verunsicherung unter den Eltern, was denn im nächsten Schuljahr möglich sei. „Aber wir sind optimistisch, dass wir dann wieder normalen Unterricht anbieten können“, sagt er. „Und wir würden uns freuen, dann auch in viele neue Gesichter sehen zu können.“

Das Angebot soll so vielfältig sein, wie eh und je: Akkordeon, Violine, Violoncello, Kontrabass, Klarinette, Saxofon, Gitarre, Block- und Querflöte, Oboe, Fagott, Klavier, Gesang, Schlagzeug, Keyboard … Auch die musikalische Früherziehung für die Kleinsten soll es dann wieder geben. Aktuell liegt sie noch etwas auf Eis, weil dort üblicherweise auch gesungen wird, was aktuell eben noch nicht in der Gruppe geht.

Musikalischer Gruß

Dass allen Schwierigkeiten der letzten Monate zum Trotz zehn Jugendliche aus dem Ilm-Kreis im Landesfinale „Jugend musiziert“ sehr gut abschnitten, Charlotte Hofmann aus Ilmenau und Emil Beck aus Stadtilm sogar beim Bundesfinale den zweiten Platz belegten, erfüllt Björn-Helmer Schmidt da mit besonderem Stolz. Vielleicht lasse sich ja wenigstens ein Preisträgerkonzert realisieren, so seine Überlegung.

Auch sei er mit den Schulen im Gespräch, in welcher Form das Instrumentenkarussell wiederaufgenommen werden könne, bei dem Schüler verschiedene Instrumente kennenlernen.

Wer Lust hat, zumindest einige Musikschüler zu hören, sollte die Internetseite der Musikschule aufrufen. Weil allen die Musik und die Auftritte fehlen wurde in der Kirche und im heimischen Wohnzimmer ein zwölfminütiges Video produziert, als virtuelles Frühjahrskonzert 2021 – mit klassischen und modernen Werken.

Anmeldungen und Video unter

 

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