Die Polizei zieht am Abend eine erste positive Bilanz. Das Event verlief bislang "störungsarm in Relation zur Zahl der Teilnehmenden", wie ein Polizeisprecher am Abend auf dpa-Anfrage sagt. Vereinzelt habe es Straftaten gegeben, darunter Betrugsdelikte, Beleidigungen, Bedrohungen, gefährliche Körperverletzungen oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bis zum Veranstaltungsende gegen 22.00 Uhr gab es 39 vorübergehende Festnahmen, wie der Sprecher sagte.
An einer parallel laufenden "Fuckparade", die sich "gegen Kommerzialisierung und Verdrängung von Subkulturen" richtete, haben sich nach Polizeiangaben in der Spitze etwa 3.000 Menschen beteiligt. Dem Polizeisprecher waren zunächst keine größeren Störungen bekannt.
Zusätzliche Feuerwehrleute
Auch die Feuerwehr spricht von einer "noch recht entspannten Lage". Bis zum Abend habe es für die Helfer Einsätze im niedrigen zweistelligen Bereich gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher etwa eine Stunde vor dem Ende der Parade. In diesen Fällen brachte der Rettungsdienst Menschen in umliegende Kliniken.
Bei der Veranstaltung im vergangenen Jahr, bei der es regnete, mussten viele Menschen behandelt werden. Meist ging es nach Angaben eines Feuerwehrsprechers "um klassische Veranstaltungssymptome", also alkohol- oder drogenbedingte Probleme.
Dieses Mal hat die Berliner Feuerwehr wegen der Techno-Parade zusätzlich 200 Helfer zu den üblichen 600 Diensthabenden im Einsatz, wie Sprecher Vinzenz Kasch sagt. Ein Großteil sind Ehrenamtliche. Ein Sanitätsdienst des Veranstalters ist im Einsatz, es sollte fünf Unfallhilfestellen geben.
Viel trinken
Das Motto bei vielen Ravern lautet: Viel trinken - und zwar Wasser. Etliche legen im Tiergarten im Schatten der Bäume eine Pause ein. Manche haben auch Wasserspray im Gepäck - wie Conny und Julia aus Köln. Außerdem haben sie "unglaubliche Mengen Wasser" im Rucksack, wie sie zeigen. Die Dusche vom Wasserwerfer der Polizei sei "mega", meinen sie - egal, was wann mit den aufgeklebten Glitzersteinchen im Gesicht passiert.
Frank und Nicolas aus Frankreich schwören ebenfalls auf Wasser - und Elektrolyte. Vor allem Frank ist erfahrener Techno-Parade-Gänger, war schon beim Vorgänger Loveparade dabei. "Das ist nicht nur eine Party, das ist für elektrische Musik, für die Kultur." Melanie aus Solingen hat sich angesichts der Hitze für einen Bikini entschieden, der glitzert und an eine Discokugel erinnern soll. "Ich habe befürchtet, dass es heiß wird. Darum ist weniger mehr", sagt sie.