Neuheit im Laufsport: Beim Berlin-Marathon dürfen die Läufer zum ersten Mal Kopfhörer während des Rennens tragen, um sich beschallen zu lassen. Oder um die Beschallung von außen zu übertönen, denn die kann bei all den Sambatrommeln am Wegesrand sicher nerven. Ich persönlich kann mich mit dem Gedanken, die Welt um mich herum beim Laufen nicht oder nur noch eingeschränkt wahrzunehmen, nicht anfreunden. Gut, gejoggt bin ich schon lange nicht mehr. Ich steige lieber aufs Rad. Doch früher haben mich meine Trainer im Winter zwei- bis dreimal die Woche über zehn bis 15 Kilometer gescheucht. Kopfhörer und Musik habe ich schon damals nicht gebraucht. Mich lenkt das ab. Plötzlich will mein Körper im Takt der Musik mitlaufen. Doch nicht nur das ist ein Problem. Ich gehe Laufen oder Radfahren, um die Natur zu erleben, um für einige Zeit dem von Technik und Lärm bestimmten Alltag zu entfliehen. Mit Kopfhörern nehme ich die Natur nicht wahr, höre meinen eigenen Atem, meine Schritte nicht mehr. Höre nicht den Wind in den Bäumen. All das hört man beim Berlin-Marathon freilich auch nicht, aber nehmen die Läufer nicht daran teil, um die Atmosphäre in sich aufzusaugen? Mit allen Sinnen. ? Sofern das während eines Marathons möglich ist. Seite 19