Musik auf dem Kickelhahn Ein Tänzchen in Wanderschuhen

Klaus-Ulrich Hubert

Tolle Ausblicke, ein nicht zu heißes Sommerwetter bis hin zum Traum-Sonnenuntergang und dazu bestens tanzbare Rock-Oldies live: Die Ilmenauer Band „Wilbury Clan“ und ihre v Zuhörer haben diesen spontanen Samstagabend-Entschluss nicht bereut.

Eigentlich sei ihr eintrittsfreies Höhenluft-„Kurkonzert“ zunächst „nur dem Wunsch geschuldet gewesen, vor der Traumkulisse des Kickelhahns und seiner Umgebung samt nettem Publikum ein paar schöne, zugleich auch dezent werbeträchtige Bandfotos für’s Familienalbum“ zu machen, sagt Bandleader und Clan-Urgestein Frank „Fussel“ Härtel beim Hantieren am Musiker-Equipment zu Füßen des restaurierten Kickelhahn-Turmes.

Tanz im milden Sonnenlicht

Da haben sich im milden Sonnenlicht bereits zahlreiche Wanderer aus Nah und Fern auf gut Wind-belüfteten rustikalen Sitzbank-Plätzen rings um die heute bestens besuchte Bergbaude niedergelassen. Um bald darauf zwischen Freiluft-servierten Rostbräteln, Bock- und Bratwurst sowie Leberkäse mit Spiegelei altersübergreifend aufs „Tanzparkett“ zu schreiten: Udo Lindenbergs „Ich mach mein Ding“ und „Highway To Hell“ (ACDC) oder auch den 50 Jahre lang jung gebliebenen 1971-er Song der America-Band „A Horse With No Name“ hielten so manches Wandererpaar nicht auf den Plätzen.

„Die 58 bitte“, unterstützt Frank Härtel per Mikro die flotte Bergbauden-Servierkraft mit der Bitte: „Nun mal Hände hoch, von wo diese Brätel-Bestellung kam…“. Nach Pandemiepausen brummen heute nicht nur die Wilbury-Clan-Beats sondern auch das Geschäft der traditionsreichen Bergbaude. Kommentar eines Gastes: „Bierpreis und so weiter sind ja hier noch auf Vorkriegs-Niveau!“

Als Bandleader Frank Härtel, Alex Keiner, Andreas Wenzel und Roy Pabst dann auch noch mit „Learning To Fly“ von Tom Petty And The Heartbreakers“ loslegen, hinderte eigentlich nur eines am vollen “Tanzparkett“: Dass die Spontantanzfläche auf Ilmenaus Südseiten-Balkon nur grob geschottert ist… Also nichts zum Fliegen lernen.

Testfahrt der Kleinkunstbühne

Ein schöner Abend endet auch für einen kleinen erdfarbenen Star im Hintergrund. Ilmenaus und vielleicht sogar Deutschlands kleinste Kleinkunstbühne auf drei Rädern war nämlich auf großer (Test-)Fahrt: Das umgerüstete italienische Marktlieferanten-Dreirad schaffte es in 35 Minuten mit seinen nur 220 Kubikzentimetern Hubraum steil bergauf und pannenfrei auf den 861 Meter hohen Kickelhahn-Gipfel. Dorthin lockt nach der kleinen Quasi-Generalprobe vom Wochenende am 27. August auch das traditionsreiche Kickelhahnfest 2022.

 

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