Als das Haus der Geschichte am 14. Juni 1994 von Kohl eröffnet wurde, war der Regierungsumzug nach Berlin schon beschlossene Sache - das Museum hatte sich in dieser Hinsicht im Grunde schon überlebt. Hätte es nicht ebenfalls in die neue Hauptstadt wandern müssen? "Ich meine, dass der Standort Bonn trotz allem seine Berechtigung hat", sagt der Berliner Historiker Paul Nolte. "Auch wenn er unter touristischen und Besucher-Gesichtspunkten nicht so attraktiv ist wie Berlin. Aber dafür gibt es dort ja auch das Deutsche Historische Museum, dessen Darstellung nicht 1945 endet." Zudem ist das Haus der Geschichte im Osten Deutschlands mit dem Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig und dem Tränenpalast in Berlin - der einstigen Ausreisehalle aus der DDR in den Westen - vertreten. Inhaltlich würde sich Nonn in der Dauerausstellung in Bonn eine stärkere Berücksichtigung aktueller Themen wie Migration, Umwelt oder Geschlechterfragen wünschen. "Das hängt auch ein wenig damit zusammen, dass das Museum seit seiner Gründung eine konservative Führung gehabt hat." Es könne nicht schaden, den Beirat künftig stärker so zusammenzusetzen, dass sich darin mehr die Vielfalt vorhandener Geschichtsbilder spiegele.