Museum für Kinder: Die Maus machts

Karin Schlütter

Was ist ein Museum und was ist das Besondere am Hennebergischen Museum Kloster Veßra? Na klar, es ist ein Museum im Freien. Zum Aktionstag des WDR heißt es nun: „Türen auf mit der Maus“. Und das Freilandmuseum ist dabei. Zum zweiten Mal.

Es ist Herbst auf dem Gelände vor der Torkirche. Vom großen Nussbaum am Eingang des Hennebergischen Museums purzeln die Walnüsse. Von dort starten die zehn Mädchen und Jungen, die zur ersten Führung um 11 Uhr angemeldet waren zur Entdeckungstour. Tschüss Eltern! Ciao Oma. Wir machen das heute ohne Euch.

Bei Museumspädagogin Maria Frendel erfahren sie, dass die Torkirche aus Stein schon fast 900 Jahre alt ist. Melina und Aidan aus Themar wissen, dass das Museum früher ein Kloster war und dass hier Mönche gelebt haben. „Die Fachwerkhäuser, die ihr hier seht, sind aber viel jünger, 400, 300 oder 200 Jahre und sie sind unsere Museumsstücke,“ erklärt Maria.

Wie das mit dem Fachwerk funktioniert, das erklärt anschließend Museumspädagoge Oliver Hauck. Im alten Haus aus Witzelroda bei Bad Salzungen, das erst 1979/80 nach Kloster Veßra kam, können die jungen Besucher selbst spannende Verbindungen zu knüpfen und ein Fachwerk aufbauen. Tia (9) aus Steinbach-Hallenberg, die mit ihrer Schwester Elina (7) dabei ist, bekommt den Bauplan und los geht‘s…

Und draußen vor dem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1716, das 1987 aus Eicha (Römhild) ins Museum umgesetzt wurde, wartet schon Annique Görlach, die wissenschaftliche Volontärin. „Schaut hin, was ist das Besondere an diesem Haus?“ Den Engelskopf mit den Flügeln hat ein Mädchen längst entdeckt. „Aber es ist ein Replikat“, sagt Annique. Was das ist? Luca (10) aus Herbartswind weiß das. „Eine Kopie!“ Das Original ist sicher geschützt in der Dauerausstellung.

Und nun schließt Annique eine Tür auf, die sonst verschlossen bleibt. Sie führt in das Tonnengewölbe, sozusagen in den Kühlschrank von früher. Und diese Luke dort? Die entdecken die Kinder bei ihrer weiteren Inspektion in dem Hausteil über dem Gewölbe wieder, auch eine „spannende Verbindung“. Fast eine Stunde sind die Kinder unterwegs und immer noch voller Neugier und Aufmerksamkeit.

Ach und dort oben neben dem Sofa in der guten Stube wartet schon die Maus, bereit zum Foto-Shooting. „Der Maustag erfordert schon einen großen Betreuungsaufwand“, sagt Museumsleiterin Claudia Krahnert. Und alle Führungen sind komplett ausgebucht. Jetzt kommt Nils G. Damhuis zum Zuge, der Museumspädagoge vom Netzwerk fotografiert am Ende jedes Kind mit der Sofortbildkamera. So haben Melina, Luca, Tia und die anderen noch ein Erinnerungsfoto an einen Tag voller Sachgeschichten.

Der Maustag ist natürlich mit der Führung noch nicht zu Ende. Denn für sie und alle anderen jungen Besucher gibt es noch jede Menge Spiel und Spaß, auch beim Basteln von Mausmasken, Stiftebehältern oder Malen. Und im nächsten Jahr soll es in Kloster Veßra wieder heißen: Türen auf mit der Maus!

 

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