Mundart in der Hohen Rhön Im Kino: „Mie trönn die Heimat im Maul“

Monika Teutscher, Gudrun Steinitz, Claudia Brückner, Hannelore Neumann, Hannelore Rettke und Sabine Abe (von links) haben mit einem Mundartsketsch aus der Hohen Rhön einen Platz in dem Film gefunden. Foto: Gerald Backhaus

Gleich zweimal kommt die Rhön in einem Film vor, der sich mit den Thüringer Mundarten beschäftigt. Keine Frage, denn hier gilt: „Mie trönn die Heimat im Maul“, wie man in Frankenheim sagen würde.

Frankenheim/Kaltenwestheim - Was bedeutet, nur zum Beispiel, äbbes? Für einen Rhöner einfach. Allen anderen beantwortet dies und andere Fragen der zweite Film über die Vielfalt der Dialekte und Mundarten in Thüringen von Gerald Backhaus. Für seinen Dokumentarfilm ist der gebürtige Gothaer und in Berlin wirkende Autor, Regisseur und Produzent vor einiger Zeit auch in die Rhön gekommen, wo er mit Frankenheimer und Birxer Mundartsprechern um Sabine Abe sowie in Kaltenwestheim mit Anne-Dorothea Barthelmes sowie mit Brita Wolfram und deren „Plattkindern“ viel Spaß beim Drehen hatte. Die Freude war beiderseits, sagen die Akteure. Jetzt kommt Backhaus am Donnerstag, 2. Dezember, um 18.30 Uhr nach Bad Salzungen ins pab-Kino, um nach einer Sondervorstellung seines Filmes „Thüringen, deine Sprache, Teil 2“ auch mit den Zuschauern das Gespräch zu suchen. Geplant war eine solche Veranstaltung bereits zweimal in Frankenheim in der Hochrhönhalle, doch kamen stets aktuelle Corona-Regeln dazwischen.

Was erwartet nun die Zuschauer? Ein vergnüglicher Dokumentarfilm von etwa anderthalb Stunden, bei dem zwar nicht nur die Rhöner Mundart beleuchtet wird – aber diese „ist sehr präsent im Film“, sagt Backhaus. Die Dreharbeiten im Karolinenheim in Frankenheim sowie in Kaltenwestheim unter anderem im Hof von Anne-Dorothea Barthelmes sind ihm und seinem Team in bester Erinnerung. Er würde sich freuen, die Akteure nun in Bad Salzungen wiederzusehen, sagte er am Dienstag gegenüber der Heimatzeitung. Der Film entführt zudem in den Thüringer Wald, nach Gera, Gotha, Bad Frankenhausen und Ummerstadt.

Intention seiner Filme – es gab bereits einen ersten Teil über die Thüringer Mundarten – ist es, auf dieses wertvolle kulturelle Erbe aufmerksam zu machen. Backhaus setzt den Thüringer Dialekten quasi ein Denkmal – „und damit auch jenen, die noch Dialekt sprechen, ihn pflegen und bewahren“. Denn sie tragen sozusagen „die Heimat im Mund“. Sprache ist lebendig, doch mit jeder Generation geht etwas vom Wortschatz einer Mundart verloren. Jüngere Menschen sprechen kaum noch Platt – es besteht die Gefahr, dass es mancherorts ganz verschwindet. 2019 hatte bereits „Thüringen, Deine Sprache“, der erste Film von Gerald Backhaus zu diesem Thema, die Öffentlichkeit aufmerksam gemacht. 2020 und 2021 reisten er und sein Team für die Fortsetzung zu Menschen, die noch Mundart sprechen können, also auch in die Rhön.

Die Teilnehmerzahl zu der Sondervorführung im pab-Kinocenter Bad Salzungen ist begrenzt, deshalb werden der Online-Kartenkauf auf der Homepage (pab-kino.de), eine verbindliche Reservierung per Mail (info@pab-kino.de) oder telefonisch bei Simone Tetschner (0 36 95/62 88 58) empfohlen. Der Eintrittspreis beträgt pro Person 7,50 Euro. Der Film beginnt um 18.30 Uhr und kann unter der 2G-Regel (geimpft, genesen) besucht werden.

Autor

 

Bilder