Mundart in Blechhammer Öllerhand nex Gscheits un annersch Zeuch

Der Arbeitskreis Mundart Südthüringen hat einen ganzen Abend lang aufs Beste unterhalten. Sogar Männer kamen dabei gut weg.

Christel Halboth, Regina Metzler, Renate Röther, Barbara Meißner und Margit Schiffner (von links) mit Ferdi Frind am Akkordeon. Foto: privat

„Öllerhand nex Gscheits un annersch Zeuch in unnerer schöana Sprouch“ – das war das Motto des Mundartabends am 21. März in der alten Schule in Blechhammer. Seit mehr als einem Jahrzehnt lädt der Sportverein Blechhammer den Arbeitskreis Mundart Südthüringen alljährlich zu einer Mundartlesung ein. Ein gut gefüllter Zuhörerraum, gut gelaunte und gespannte Gäste, gute Bewirtung seitens der Frauen und Männer des Sportvereins versprachen einen gemütlichen und lustigen Abend.

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A poar Ärla und a gscheita Sunntichsbrüh

Und die Mundartler hatten wieder allerhand Geschichten mitgebracht. Christel Halboth aus Oberlind machte sich Gedanken über den Osterhasen und welche Geschenke der jetzt im Vergleich zu früher zu schleppen hat, „dou is fei nex mehr mit arer Brazl un a poar Ärla“, oder sinnierte darüber „des a gscheita Sunntichsbrüh nex ohna Fleäsch is. Auch als Kindergärtnerin hat sie so einige Erfahrungen gemacht und erfuhr bei der Frage, wofür man eine Zwiebel braucht, von einem kleinen Buben, dass die fürs „Ghacks“ ist. Barbara Meißner aus Scheibe-Alsbach beschrieb den gefürchteten Hexenschuss und erzählte von früher, als die Kinder noch keinen Fernseher oder andere Medien zum Leben brauchten, sondern einfach nur sich. Auch ihre schönen Gedichte in sinnlicher oder lustiger Form fanden Anklang, sowie die Erinnerung ans Gassi-Gehen mit ihrem Hund zum Stausee.

Regina Metzler aus Blechhammer wusste alles, was im Alter so auf einen zukommt und dass man für Zähne und andere Ersatzteile „an Galdscheißer“ braucht, oder dass es problematisch wird, wenn plötzlich Außerirdische landen und kein Bier mehr im Haus ist. Auch beschrieb sie die Tücken der künstlichen Intelligenz. Bei Margit Schiffner, die aus Spechtsbrunn stammt, aber nun in Sonneberg zu Hause ist, mussten die Zuhörer ein wenig mehr die Ohren spitzen, spricht sie doch nicht unseren fränkischen, sondern den Ostthüringer Dialekt. Sie zeigte auf, wie aus einem Kinderkleid aus Samt im Laufe der Jahre allerlei andere Kleidungsstücke entstanden, was passieren kann, wenn man sich zu Hause aussperrt, oder wie schnell eine Brille wieder passend ist, wenn man sich nur richtig daraufsetzt.

Die arma Manner

Renate Röther aus Sonneberg fand das Online-Dating schwierig und gar erfolglos, weil „Bilder von heit kah me dou fei nier genamm, dou bässt känner ah“, oder beschrieb „die Säuerei“ beim Essen eines Burgers. Und ob das eine gute Tat in der Kindheit war, „in Gücklhah besuffn ze machen“, um ihn dann zu retten? Zum Schluss bedauerte sie die „arma Manner“ und wie übel ihnen doch das Leben mitspielt und erntete von den anwesenden Herren viel Beifall.

Für Männer mit und ohne Bauch

Begleitet wurden die Mundartsprecher mit Akkordeonklängen von Ferdi Frind aus Hüttensteinach, der auch einige Liede in Mundart in petto hatte. „A Broutwörscht un a Hefebier“, „Sauera Flack vom Fick“, oder „Es schütt, wie verrückt“zum Beispiel. Bei „Männer mit Bauch“ waren auch alle ohne aufgefordert, kräftig mitzusingen.

Es war ein gelungener, lustiger Abend und die Zuhörer zeigten sich rundum zufrieden. „Es woar fei widder schöa, dou kah me wängst amoel gscheit gelach“, oder „ach woarn des widder schöana Erinnerunga“ – so die Reaktionen der befragten Gäste, und „Kummt fei ball widder“! Und das konnten die Mitglieder des Arbeitskreises Mundart ganz sicher versprechen.