Motorradrundfahrt Suhl Biker gegen Depression

Lars Koch

Depressionen, ein Thema, über das in Deutschland erst seit dem Suizid von Robert Enke im Jahr 2009 wirklich gesprochen wird.

Frank Heynlein, Marco und Michael Bader (v.l.) organisieren den ersten Fellows Ride von Suhl. Foto: Karl-Heinz Frank

Viele Jahre war das Thema Depression eher tabu, der Weg zum Psychologen für eine Sache, über die man nicht redete. Mit dem Schienensuizid von Nationaltorhüter Robert Enke am 10. November 2009, als Folge schwerer Depressionen, wurde eben dieses Thema präsent. Mit dem Fellows Ride, Motorradausfahrten, die in diesem Jahr zum fünften Mal veranstaltet werden, wird auf das Thema hingewiesen. Dabei werden Spenden für Projekte dazu gesammelt. In Südthüringen gibt es in diesem Jahr erstmals eine Motorradrundfahrt im Rahmen der Fellows Ride-Aktionen.

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Erste Motorradrundfahrt dieser Art im Jahr 2021

Auch der Würzburger Dieter Schneider ist vom Thema persönlich betroffen. Sein Sohn nahm sich auf Grund von Depressionen vor einigen Jahren mit gerade einmal 23 das Leben. Schneider verarbeitete das Ganze auf seine Weise. Er setzte sich auf’s Motorrad, fuhr einmal um die Welt, traf viele Menschen und nahm in Australien unter anderem am „Black Dog Ride“, einer Motorradausfahrt zugunsten der Suizidprävention und Depressionshilfe teil. Damit war auch die Idee geboren, eine solche Motorradausfahrt, bei der Spenden gesammelt werden sollen, in Deutschland an den Start zu bringen. Erstmals fand der dann ins Leben gerufene Fellows Ride 2021 in Würzburg statt. Damals rollten rund 345 Teilnehmer über die Straße, gesammelt wurden 5500 Euro, die an das gingen die gesammelten Spenden an das Universitätsklinikum Würzburg

30 Ausfahrten sind in diesem Jahr geplant

Schon ein Jahr später verdoppelte man die Spendensumme bei zwei Ausfahrten, in 2023 kamen dann schon 30000 Euro zusammen und im letzten Jahr wurden bei 25 organisierten Motorradtouren starke 120.000 Euro an Spendengeldern gesammelt. In diesem Jahr sollen nun 30 Motorradausfahrten stattfinden. Die stehen auch im Terminkalender von Fellows Ride, der im Internet zu finden ist.

200000 Euro sollen in diesem Jahr zusammenkommen

Anvisiert ist für dieses Jahr eine Spendensumme von 200 000 Euro, die dann auf verschiedene regionale Projekte gehen soll. Erstmals dabei ist auch Südthüringen, im speziellen Suhl, wo der Zella-Mehliser Marco Bader für die Organisation verantwortlich zeichnet. Termin der Ausfahrt ist Samstag, der 16. August. „Wir wollen uns auf dem Platz der Deutschen Einheit in Suhl treffen, losgehen soll es um 9.30 Uhr“, so Bader. Der hofft für die Premierenveranstaltung auf 200 Teilnehmer, „250 wären natürlich richtig super“, so Bader weiter.

Start vom Platz der Deutschen Einheit

Vom Platz der Deutschen Einheit startet die gemeinsame Ausfahrt durch den Thüringer Wald, begleitet von einem Rahmenprogramm zur Aufklärung über psychische Erkrankungen. Die Polizei begleitet die Demonstration und sorgt für freie Fahrt.

Auch Suhls OB Knapp ist mit dabei

Auch Suhls Oberbürgermeister André Knapp hat sich mit der Thematik befasst, die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen hat. Am 16. August wird Knapp, so zumindest die derzeitige Planung, beim Termin vor Ort sein, ob er selbst aufs Motorrad, ließe sich allerdings mit Blick auf den sich stetig verändernden Terminplan des Oberbürgermeisters heute noch nicht sagen, teilt das Büro des OB mit.

Jeder mit Motorrad kann dabei sein

Mitfahren beim Fellows Ride kann jeder, der ein Motorrad hat. „eine Anmeldung dazu ist online möglich“, erklärt Bader. Dabei werde auch keine Teilnahmegebühr erhoben, „über eine Spende von 15 Euro pro Person würden wir uns natürlich freuen. Gerne darf es auch etwas mehr sein. Um zu spenden, muss man im Übrigens auch kein Motorradfahrer sein oder bei der Veranstaltung selbst teilnehmen.“

Start und Ziel im Zentrum Suhls

Gestartet wird mitten in Suhl auf dem Platz der Deutschen Einheit. Von dort aus geht es dann über Zella-Mehlis, Oberhof, Crawinkel und Ilmenau nach Mahnebach. Weiter fährt man zum Bahnhof Rennsteig, wo ein Zwischenstopp eingelegt wird. Über Schleusingen, Themar und Meiningen geht es zurück nach Suhl. Dort kann dann noch gemeinsam das Fahrzeugmuseum besucht werden, das einen Teil der Einnahmen, die durch die Biker in die Kasse fließen, als Spende zurückgeben möchte.

Bereits am 15. August, am Abend vor der Ausfahrt, wird im Studiokino Stuki in Zella-Mehlis um 19 Uhr der Film von Dieter Schneider „Die Welt ist zu schön für Depression“ – Ride don’t hide gezeigt. Auch hier soll ein Teil der Einnahmen für Fellows Ride gespendet werden.

www.fellows-ride.com