Montagsproteste ÖDP-Mann gibt AfD Kontra

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Vom Stadtpark geht’s hinter dem Protestbanner zum Rathausplatz. Foto: /Zitzmann

Mit 1300 Teilnehmern bleibt der Zuspruch zur montäglichen Demo von „Sonneberg zeigt Gesicht“ auf hohem Niveau.

Gleichauf der Vorwoche demonstrierten auch diesen Montag in der Sonneberger Innenstadt wieder deutlich über tausend Menschen gegen die Ukraine-Politik der Bundesregierung. Die Polizei zählte 1300 Protestierer auf dem Rathausplatz, eine Schätzung, die sich die Veranstalter von „Sonneberg zeigt Gesicht“ auf Nachfrage zu eigen machen. Die Redebeiträge bestritten unter anderem AfD-MdL Robert Sesselmann aus Sonneberg und der ÖDP-Landesvorsitzende Martin Truckenbrodt aus der Gemeinde Frankenblick. Sesselmann forderte ein Ende der Sanktionen gegen Russland, diese seien lediglich darauf angelegt den hiesigen Wirtschaftsraum zu schwächen. Deutschland werde zu einem Marionettenstaat der US-Politik gemacht, so Sesselmann. Die Altparteien, so äußerte der Landtagsabgeordnete, würden den Karren aber immer weiter in den Dreck fahren. Dem gelte es den politischen Kampf anzusagen. Truckenbrodt ging hernach auf seinen Vorredner ein und rügte unzulässiges Wahlkampfgetöse Sesselmanns zugunsten der AfD. Unbeeindruckt von Buh- und „Hau ab“-Rufen aus der Zuhörerschaft hatte Truckenbrodt schon zuvor kenntlich gemacht, dass er sich von einer auf dem Bahnhofsplatz geschwungenen Fahne der identitären Bewegung – hierbei handelt es sich um ein Symbol neu-rechter und rechtsextremer Aktivisten – ausdrücklich distanziere. Antje Duckwitz aus Neuhaus am Rennweg, zugleich Mitglied von „Bürger für Thüringen“, wandte sich hernach dem „Impfwahn“ zu. In ihrem Beitrag behauptete sie einen Zusammenhang von Übersterblichkeit und Corona-Ansteckungsschutzmaßnahmen.

Für nächsten Montag, 31. Oktober, ruft „Sonneberg zeigt Gesicht“ erneut zur Versammlung auf. Zudem kündigte SzG-Sprecherin Anna Bernardy für den 4. November eine Teilnahme ihres Vereins an einem „Runden Tisch“ an. Auf Nachfrage erläuterte sie, dann würden verschiedene Akteure – lokale Parteien, Bürgermeister, Wirtschaftsverbände – den Versuch unternehmen, Schnittmengen für einen etwaig gemeinsamen Protest auszuloten. Federführend sei die Landratsamtsspitze.

 

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