Auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Alexander Poitz, sieht Nachholbedarf. Die Justiz müsse personell so gestärkt werden, "dass die Strafe auf dem Fuße folgen" könne, forderte er im RTL/ntv-"Frühstart". Die anhaltend hohen Fallzahlen führt er unter anderem auf neue Erfassungsrichtlinien, verändertes Anzeigeverhalten, eine Verlagerung in den virtuellen Raum und "ein gesellschaftliches Gewaltproblem" zurück.
Macht KI alles noch schlimmer?
Bundeskriminalamt und Missbrauchsbeauftragte gehen übrigens nicht davon aus, dass die Opferzahl langfristig sinkt, wenn Missbrauchsdarstellungen verstärkt künstlich durch KI erzeugt werden. "Nein, das Gegenteil ist der Fall", sagte Claus. "Diese Flut von Material, echt oder KI-generiert, führt zu Entgrenzungen." Und Entgrenzungen führten zu mehr Tatpersonen, weil etwas normalisiert werde. Der Konsum sei tatsächlich zunehmend.
Die "Flut von Material", von der Claus spricht, macht es auch Ermittlern nicht einfach: "Die gestiegene Qualität dieser Inhalte und die zunehmend erschwerte Unterscheidung von realen und KI-generierten Inhalten stellen eine Herausforderung für die Strafverfolgung im Bereich der Opfer- und Täteridentifzierung dar", heißt es im Lagebild.