Was in der langen Verhandlung mit dem Angeklagten, gewichtigen Zeugen und der Verteidigerin des Angeklagten nach und nach zutage trat, war überraschend und beängstigend zugleich. Der erste Eindruck von Menschen und ihren vermeintlichen Taten kann täuschen und auf falsche Fährten führen. Das zeigte sich an diesem Tag des Prozesses gegen einen Vater, der seine heute volljährige Tochter in mindestens acht Fällen sexuell belästigt haben sollte. Die Zeitpunkte konnten nicht mehr näher bestimmt werden. Er habe seine Tochter nach deren Aussage seit ihrem zwölften Lebensjahr immer wieder unsittlich berührt. Konkret war das Berühren am Po und an der Brust, das Ansichziehen von hinten oder Bedrängen von vorne genannt worden.