MINT-Projekt an der SBBS in Sonneberg Die Großen zeigen den Kleinen wie toll MINT ist

Noch ein wenig skeptisch schauen die Mädchen und Jungen aus der Grundschule Oberlind auf die Experimente, die von den Großen für das MINT-Projekt an der SBBS vorbereitet wurden. Foto: /Carl-Heinz Zitzmann

Einen etwas anderen Unterricht erleben die Grundschüler der Sonneberger Stadtschulen. Sie lernen an einem Vormittag nicht nur die Fachkabinette der Berufsbildenden Schule kennen, sondern dürfen mit den Großen auch interessante Experimente starten.

Sonneberg - Kleine Mädchen und Jungen auf dem Gelände der Berufsbildenden Schule sind eher ungewöhnlich. Hier lernen doch eigentlich die Großen? „Stimmt“, bestätigt der stellvertretende Schulleiter Uwe Blechschmidt. Heute jedoch begrüßt er statt Abiturienten und Berufsschülern die Jüngeren aus der Grundschule. Gemeinsam mit der Stadt hat die Bildungseinrichtung ein ganz spezielles Projekt gestartet. „Unsere Großen sollen den Grundschülern die MINT-Fächer näher bringen“, erklärt Uwe Blechschmidt.

Nachdem am Montag die Kinder aus dem Wolkenrasen da waren, sind es am Dienstag die Mädchen und Jungen aus Oberlind. „Und am Mittwoch noch die Grubeschule“, verrät Marco Kuhnt, der von der Stadt mit zu diesem etwas anderen Unterricht gekommen ist. Ganz bewusst halten sich an diesen Vormittagen die Lehrer im Hintergrund. „Unsere Rolle übernehmen Abiturienten und ehemalige Schüler“, sagt der stellvertretende Schulleiter. Sie haben für die Projekttage spezielle Experimente vorbereitet, die zu den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik passen. Um die Herstellung und Speicherung von Wasserstoff geht es dabei ebenso wie um den Modellbau oder den 3-D-Druck.

Am Anfang sind alle noch skeptisch. Die Grundschüler, weil sie noch nicht so richtig wissen, was sie da machen sollen. Die Großen überlegen indessen, wie man alles am besten erklärt. Aber der Damm ist schnell gebrochen. Aufgeteilt in verschiedene Gruppen kann es losgehen. Die einen versammeln sich um einen größeren Behälter mit Wasser und Steinen. Ganz vorsichtig sollen sie mit dem Kescher die kleinen Lebewesen herausfischen. Aber, wo bitte sind die? Erst bei ganz genauen Hinschauen und mit Hilfe der älteren Schüler entdecken sie etwas. Jetzt ganz vorsichtig auf den Objektträger bringen und dann unter das Mikroskop. „Tatsächlich“, staunen die Grundschüler. Jetzt muss noch der pH-Wert des Wassers gemessen werden. Extra für dieses Experiment hat der Förderverein erst vor Kurzem einen Ausflug an den Fluss gestartet und Wasser sowie Steine mitgebracht. „Es soll ja auch alles authentisch sein“, begründen die Organisatoren.

Im FabLab, einer offenen Werkstatt, ist ebenfalls viel los. Hier werden die kleinen Gäste an neue Technologien herangeführt oder erhalten praxisnahe Eindrücke in den unterschiedlichen Berufsbildern. Dazu gibt es verschiedene Modellbaukästen, die man sich ausprobieren kann. Besonders interessant ist der 3-D-Drucker, an dem man verschiedene kleine Teile herstellen kann.

Ein kleines bisschen schwieriger ist es nebenan auf den Biertisch-Garnituren. Hier sind verschiedene Dinge und Geräte aufgebaut, die von den Großen zunächst erklärt werden. Dann startet man gemeinsam die Herstellung von Wasserstoff. „Wahnsinn“, sind die Kleinen begeistert. Bei so viel Abwechslung vergeht die Zeit wie im Flug. Schnell ist der etwas andere Unterricht vorbei. „Schade“, bedauern alle. „Es war echt cool, viel besser als bei uns an der Schule“, sind die Kleinen begeistert. Manch einer würde am liebsten eine ganze Woche bleiben.

Zufrieden sind aber auch die Großen. Sie haben ganz schnell einen Kontakt zu den Kleinen aufgebaut und sich schnell mit ihnen verstanden. Für den einen oder anderen, der später einmal Lehrer werden möchte, eine gute Vorbereitung.

Als gelungen schätzen auch die Organisatoren die Projekttage ein. „Die Kinder und Jugendlichen finden schon allein durch ihre Sprache zueinander“, ist Uwe Blechschmidt überzeugt. „Das ist ganz anders, als wenn es ein Lehrer erklärt“, fügt er hinzu. Die Grundschüler stimmen ihm zu. „So einen Unterricht möchten wir öfter haben“, wünschen sie sich.

 

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