Ministerpräsidenten Mehr Rüstungs-Standorte für den Osten

Mehr Rüstungsindustrie für den Osten: Das fordern einhellig die Ministerpräsidenten und Militärminister Pistorius. Eine Quote wird es nicht geben.

Boris Pistorius auf Schloss Ettersburg. Foto: Martin Schutt/dpa

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sieht Chancen für die Rüstungsindustrie, auch Standorte in Ostdeutschland aufzubauen. „Wir sind uns total einig darüber, dass wir alle Anstrengungen unternehmen müssen, um eben auch in Ostdeutschland die Standorte für Rüstungsindustrie auszubauen“, sagte der SPD-Politiker nach Beratungen mit den ostdeutschen Regierungschefs und der Regierungschefin am Donnerstag auf Schloss Ettersburg bei Weimar.

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Zugleich dämpfte er Erwartungen nach einer Ost-Komponente bei der Vergabe von Rüstungsaufträgen. Quoten sehe das Vergaberecht nicht vor und sie „würden uns auch zeitlich in erhebliche Bedrängnis bringen“. Pistorius kündigte eine Konferenz zusammen mit Vertretern der Rüstungsindustrie und des Wirtschaftsministeriums an. „Verteidigungsfähigkeit in Deutschland heißt starke Rüstungsindustrie und das heißt: möglichst in allen Regionen Deutschland“, sagte Pistorius. Das werde aber eine Zeit dauern. „Und bis dahin müssen wir halt vor allen Dingen die Geschwindigkeit bei der Produktion in den Vordergrund stellen.“

Bereits vor Beginn der Ost-Ministerpräsidentenkonferenz hatte Pistorius angedeutet, zusammen mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nach Lösungen suchen zu wollen, wie der Rüstungsindustrie dabei geholfen werden kann, in Ostdeutschland Standorte aufzubauen. „Unsere Hauptaufgabe ist, schnell Verteidigungsfähigkeit und schnell Vollausstattung herbeizuführen“, sagte Pistorius.

Zuvor hatten die CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen und Thüringen, Michael Kretschmer und Mario Voigt, darauf gedrungen, die ostdeutschen Länder stärker bei der Vergabe von Militäraufträgen zu berücksichtigen. Voigt sagte: „Wenn wir Schulden aufnehmen, wird es auch darum gehen, dass die Bürger im Osten, die damit auch viel bezahlen, was davon haben.“ Er erwarte, dass von den Militärausgaben etwas im Osten ankommt. Immerhin habe man Kompetenzen vor allem in Optik, Luft- und Raumfahrt sowie im Maschinenbau. Seiten 2 und 4