Milz/Irmelshausen - Es hätte kaum einen besseren Platz für einen Gottesdienst zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit geben können als diese Wiese zwischen Irmelshausen (Bayern) und Milz (Thüringen). Sie liegt auf der thüringischen Seite. Der Weg und der Acker davor ist bayrisches Gebiet und gehört zu Irmelshausen, einem Ortsteil von Höchheim. Der Blick von dort in Richtung Milz lässt nicht nur den Kleinen und Großen Gleichberg in den Fokus rücken. Rechtsseitig der Berge erheben sich zwei ehemalige Grenztürme, ein kleiner, hölzerner und etwas weiter hinten ein größerer aus Beton. Zwei Grenztürme, die als Bauwerk der Zeitgeschichte und als Mahnmal von der ehemaligen innerdeutschen Grenze zeugen. Einer Grenze, die seit dem Mauerbau für die meisten DDR-Bürger unüberwindlich war. Die ihnen Freiheit, Mobilität und Reisen zu Familienangehörigen und Verwandten nur wenige Kilometer weiter unmöglich machte. Erst mit der Ostpolitik der Regierung Brandt/Scheel wurde diese Grenze für die Menschen etwas durchlässiger.