Millionen-Investition Mit dem Gehweg auf der Zielgerade

Die Geduld der Bürger von Goldlauter-Heidersbach und ihrer Gäste ist in den vergangenen zwei Jahren angesichts der Baustellen arg strapaziert worden. Jetzt hat der Ortsteil erstmals einen durchgängigen Gehweg entlang der Zellaer Straße.

Die Geduld der Goldlauterer und Heidersbacher sowie die der Gäste des Ortes ist auf eine harte Probe gestellt worden. Baustellen, die zur Umsetzung des Gehwegprogramms aus dem Boden schossen, haben für reichlich Beeinträchtigungen gesorgt. Jetzt ist der Gehwegbau, und mit ihm der letzte Punkt des Dorferneuerungsprogrammes abgeschlossen. Und der Suhler Ortsteil hat erstmals in seiner 476-jährigen Geschichte einen durchgängigen Gehweg entlang der Zellaer Straße. Der symbolische Schnitt durch das nicht minder symbolische Bändchen und die aufgeräumte Stimmung all derer, die an dem Projekt beteiligt waren, spricht vom guten Ende einer langen Baumaßnahme, die von etlichen Ärgernissen flankiert wurde. Als der Ort über Monate hinweg an seinen beiden Eingängen dichtgemacht wurde, blieb nur eine offizielle Umleitung. Und zwar die über die ohnehin schon geschundene Bocksbergstraße, auf der es sich gerade noch so von Loch zu Loch hangeln ließ.

Die Umleitung ist Geschichte. Der Zustand der Bocksbergstraße, der eher an einen Schweizer Käse als an eine Fahrbahn erinnerte, auch. Hier sind kürzlich gerade noch so vor dem großen Simson-Treffen großflächige Reparaturarbeiten abgeschlossen worden. Das Gehwegprogramm ist auf der Zielgerade. Ein paar Restarbeiten gibt es freilich auch auf dieser Baustelle noch. Im Silbergrund laufen derzeit Maßnahmen, um Höhen angleichen und das Wasser ordentlich fassen zu können. „Auch die Erdhaufen, die bis jetzt noch am Sportplatz geparkt wurden, kommen weg, damit dort wieder ordentliche Parkflächen geschaffen werden können“, stellt Ortsteilbürgermeister Matthias Gering in Aussicht. Das sind Nebenschauplätze.

Hauptaugenmerk liegt auf der Zellaer Straße. Die wird nun flankiert von einem Gehweg, der sich über eine Länge von 1350 Metern zieht und der mit 29 LED-Leuchten bestückt wurde. Hinzu kommen verlegte Kabel auf fast der gesamten Gehweglänge. Insbesondere der dritte Bauabschnitt, der sich von der Justizvollzugsanstalt in Richtung Waldbad-Bushaltestelle zieht, hatte es in sich. Dort, wo der Gehweg gebaut werden sollte, lagen alte Kanäle. „Die haben wir uns angeschaut und entschieden, auf 230 Metern die uralte Kanalisation zu erneuern, umzuverlegen, vom Mischwasser- auf die Trennkanalisation umzustellen und für die betreffenden Grundstücke den Anschluss an die zentrale Kläranlage zu schaffen“, sagt André Jäger, Werkleiter des Zweckverbandes Wasser/Abwasser „Mittlerer Rennsteig“ Suhl (Zwas). So sind seitens des Verbandes in dieses Projekt 370 000 Euro für die Abwasserbeseitigung sowie 105 000 Euro für die Trinkwasserversorgung investiert worden.

Doch nicht nur der Zwas, sondern auch die Stadtwerke Suhl/Zella-Mehlis Netz GmbH haben sich in das Baugeschehen mit eingebunden. „Das macht Sinn, denn in ein paar Jahren die Straße oder der Gehweg wieder aufzureißen, weil der Kanal oder die Stromleitung eine Erneuerung braucht, wäre nicht vermittelbar“, sagt André Jäger. Alles in allem hat das Gehwegprojekt etwa 1,16 Millionen Euro gekostet. Aus Fördertöpfen sind dafür 644 000 Euro geflossen.

Auch wenn vieles Hand in Hand lief, auch bei diesem Projekt gab es Knackpunkte, die für Verzögerungen sorgten. So machten Corona sowie Lieferschwierigkeiten einen Strich durch die Rechnung, nach der das Gehwegprogramm schon Ende vergangenen Jahres abgeschlossen werden sollte. Hinzu kam, dass es auf Ausschreibungen nicht die erhofften Angebote kam. „Die Firma Schilling Bau war gerade mit der Heidersbacher Straße fertig geworden und wir konnten sie dafür gewinnen, gleich in der Zellaer Straße weiterzumachen“, sagt Sabine Peter von der Abteilung Straßenverwaltung im Suhler Eigenbetrieb KDS. So gehört die Schilling Bau GmbH nun schon seit Jahren zum Ortsbild von Goldlauter-Heidersbach. „Wir danken für die Geduld der Anwohner und für das Ertragen des Baulärms. Wir danken aber auch für die vielen Kaffeekannen, die uns von den Bürgern bereitgestellt wurden“, sagt Falk Schilling, der Chef des gleichnamigen Unternehmens.

Für den 8. September ist noch eine feierliche Bausache geplant. Dann wird ganz offiziell und sicherlich mit hohem Besuch das Dorferneuerungsprogramm in Goldlauter-Heidersbach, zu dem auch der Ersatzneubau des Feuerwehrgerätehauses, die Blaue Linie und die Heidersbacher Straße gehören, für abgeschlossen erklärt.

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