Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), sagte der "Rheinischen Post", ein möglicher Truppenabzug in der Größenordnung sei "kein Grund zur Panik, aber ein weiterer Weckruf".
SPD-Fraktionsvize Siemtje Möller sagte der "Welt am Sonntag", die Ankündigung des Teilabzugs sei "strategielos", weil die USA erheblich von der Truppenpräsenz in Deutschland profitierten. Grünen-Chefin Franziska Brantner sagte dem Nachrichtenportal "t-online", die Ankündigung zeige, "wie gefährlich es ist, sich in Verteidigungsfragen auf Trump zu verlassen".
Linke-Fraktionschef Sören Pellmann sagte der "Welt am Sonntag": "Von deutschem Boden aus werden Militäreinsätze geführt, die mit dem Friedensgebot des Grundgesetzes nicht vereinbar sind. Jeder Soldat, der Deutschland verlässt, ist deshalb ein Schritt in die richtige Richtung." Der AfD-Verteidigungspolitiker Jan Nolte sprach von einem eher symbolischen Schritt, "der nichts an der Abschreckungsfähigkeit der Nato in Europa ändert".
Bestrafungsaktion für Merz?
Merz und Trump pflegten monatelang ein recht gutes Verhältnis. Mit Blick auf den Iran-Krieg schlug der Kanzler aber öffentlich zusehends kritische Töne an. Bei einer Diskussion mit Schülern sagte er kürzlich, die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, "weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben". Trump attackierte Merz danach persönlich: "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb er auf Truth Social.