Mild, aber ohne Ausreißer Typisches Novembergrau

Rüdiger Manig, Wetterstation Neuhaus am Rennweg

Ein Wetter, wie es Generationen am Rennsteig kennen: Nach dem ersten Herbststurm war schnell wieder Ruhe in die Wetterküche eingezogen, und diese Ruhe und langweilige Tristesse zog sich folgend auch über den gesamten November hin.

Neuhaus am Rennweg - Was will man da viel Schreiben, aber ok, ein paar Lichtblicke gab es ja in diesem November-Blues. Vor allem einen – mit 8,7 Stunden Sonnenschein war der 11. November der mit Abstand sonnigste Tag in Neuhaus, toll und passend für die Eröffnung der Karnevalssaison.

Vom 9. bis 12. November wurden dank Hoch Silvi mit 25 Stunden 78 Prozent der gesamten Sonnenscheindauer des letzten Herbstmonats registriert, bis auf den 23. November sah es dann ansonsten ziemlich düster in den Kammlagen aus, 21 Tage ohne jeglichen Sonnenstrahl. Viel Hochdruckeinfluss gab es im November, aber in den Kammlagen hat man mitunter einen klasse Vorteil. Steckt man selbst im Nebel oder besser gesagt in den Wolken kann man je nach Windrichtung ganz leicht in das Lee des Thüringer Waldes flüchten. Die Leeseite ist die dem Wind abgewandte Seite.

So wie am Samstag, dem 6. November, hier oben ganztägig dunkelgrau mit Nebelnässen herrschte, in Rudolstadt beispielsweise durchweg Sonnenschein. Vom 13. bis 27. November gab es täglich Nebel, wenig Wind und die Amplituden der Temperaturschwankungen blieben äußerst flach.

Innerhalb von acht Tagen (13. bis 21. November) wurde eine Schwankung um 5,3 Grad gemessen – von minus 0,6 Grad bis 4,7 Grad. Das sagt vieles, wettertechnisch kann da nichts Spannendes passiert sein, heftige Frontdurchgänge völlig ausgeschlossen.

Erst auf den allerletzten Drücker, am allerletzten Monats- und meteorologischen Herbststag kam wieder mal Bewegung in die Atmosphäre, wieder mal richtig Wetter, der zweite Herbststurm der Saison. Und vom Zeitpunkt natürlich wieder einmal zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt (aber wann ist günstig …) – einsetzendes, heftiges Schneetreiben mit Böen der Windstärke 8 im morgendlichen Berufsverkehr.

Die Folgen sind immer die gleichen und die kennen wir alle zu Genüge. Bis zum Abend kamen 18 bis 22 Zentimeter Neuschnee in unserer Region, nach den Messungen des Niederschlagradars vor allem in Richtung Süd-West bis Nord-West deutlich mehr.

Im gesamten Monat summierte sich die Niederschlagssumme auf 80 Liter pro Quadratmeter, das sind 87 Prozent vom klimatologischen Mittelwert. Somit war der dritte Herbstmonat ebenfalls zu trocken. Aber trocken kann man eigentlich nicht bei den vielen Nebeltagen zuzüglich Nebelnässen sagen, niederschlagsärmer passt da besser.

Bei den Temperaturen gab es keinerlei spektakuläre Ausreißer. Der von der Durchschnittstemperatur wärmste Tag war mit 6,0 Grad gleich der 1. November, Maximum am 11. November mit 11,8 Grad. Die Tiefsttemperatur wurde mit minus 5,4 Grad am 28. November gemessen. Der im Mittel kälteste Tag war der darauffolgende Montag mit minus 3,3 Grad. Etwas zu mild fiel der November in der Summe aus, 1,3 Grad bedeuten ein Plus von 0,8 Grad, ein Platz im oberen Mittelfeld in der Rangliste seit 1940.

Und der Dezember: Wenn man Winter mag, ist das zweite Adventswochenende noch gesichert, die beiden folgenden Tage ebenfalls noch. Danach sieht es – bei allen Vorhersagemodellen – erst einmal deutlich milder aus.

 

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