EU-Migrationskommissar Brunner betonte, das seien in etwa so viele wie allein auf den griechischen Inseln in einer einzigen Woche im Oktober 2015 angekommen seien. Die Ereignisse in Ceuta zeigten aber, dass dramatische Bilder sogar die besten Statistiken in den Schatten stellten.
862 unbegleitete Kinder und Jugendliche in Ceuta
Besonders angespannt bleibt die Situation bei den in die Exklave gekommenen unbegleiteten Minderjährigen. Ceuta betreut seit dem Ansturm nach Angaben der Regionalregierung mindestens 862 Kinder und Jugendliche, obwohl regulär nur 29 Plätze zur Verfügung stehen. Deshalb werden zusätzliche Unterkünfte in umfunktionierten Gebäuden eingerichtet. In Spanien würden die Grundrechte von Minderjährigen respektiert, sagte Spaniens Innenminister Grande-Marlaska. "Das gehört zu unseren wichtigsten Verpflichtungen und Prioritäten."
Abschiebezentren und Auslagerung von Asylverfahren besprochen
Auch wenn die meisten Migranten von den Behörden in Ceuta wohl nie als Asylbewerber registriert wurden, ging es bei der Sondersitzung der Innenminister auch um sogenannte Drittstaaten-Lösungen, die das EU-Asylsystem entlasten sollen. Dazu gehören Abschiebezentren außerhalb der EU und die Auslagerung von Asylverfahren. Solche Lösungen werden seit Jahren diskutiert und sind höchst umstritten.
In die geplanten Abschiebezentren ("Return Hubs") sollen vollziehbar ausreisepflichtige Personen kommen, die nicht in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden können – etwa, weil das Heimatland sich weigert, sie zurückzunehmen. Deutschland treibt das Vorhaben in einer Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Niederlanden, Österreich, Griechenland und Dänemark voran. Laut Bundesinnenminister Dobrindt sollen noch in diesem Jahr konkrete Vereinbarungen mit Drittstaaten getroffen werden.