Doch wie hilfreich ist Trumps Unterstützung für die republikanischen Kandidatinnen und Kandidaten vor den Midterms? Der frühere Berater des republikanischen Präsidenten George W. Bush, Karl Rove, empfahl angesichts der schlechten Umfragewerte Trumps in einem Meinungsbeitrag für das "Wall Street Journal", ihn im Vorfeld der Wahlen im Hintergrund zu halten. Andernfalls würde man Demokraten dabei helfen, republikanischen Kandidaten leichter mit Trump in Verbindung zu bringen, was keinen Sinn mache.
Politikwissenschaftler Rottinghaus verweist auf eine ambivalente Rolle des US-Präsidenten für die Republikaner: "Trump ist zugleich der größte Mobilisierer der Partei und eines ihrer größten Risiken", sagt er. "Er ist nach wie vor äußerst effektiv darin, republikanische Wähler an die Urnen zu bringen, aber er kann auch Demokraten motivieren und Unabhängige abschrecken."
Der Experte betont, dass es nicht darum gehe, ob die Republikaner Trump wollen - "die Partei ist im Wesentlichen seine Partei". Die Frage sei vielmehr, ob die Kandidaten von seiner Strahlkraft profitieren könnten, ohne von all dem beeinträchtigt zu werden, was Trump politisch belaste.
Wackelt die republikanische Hochburg Texas?
Wie die Dinge für die Republikaner ins Rutschen geraten, zeigt auch der gewählte Ort für den Parteitag: Dallas in Texas. Was früher Hochburg der Republikaner war, scheint nun zu einem Schlüsselrennen um die Kontrolle im Senat zu werden. Aktuell liegt der Demokrat James Talarico in Umfragen Kopf an Kopf oder knapp vor dem Trump-Schützling Ken Paxton. Sollte Talarico das Rennen machen, wäre es ein historischer Erfolg: Einen demokratischen Senator aus Texas gab es seit über drei Jahrzehnten nicht.