Ein Abgrund von Landesverrat? Wohl nicht. Es war wohl eher eine Mischung aus politischer Unbedarftheit, ein bisschen Wankelmut und alter transatlantischer Verbundenheit, die den Bundesnachrichtendienst im Jahr 2008 in eine Situation schlittern ließ, die sich jetzt zu einer Affäre mit Sprengkraft auswächst, zu einem Sprengsatz möglicherweise sogar für die große Koalition, nimmt man zum Maßstab, wie sich Spitzenpersonal der SPD gegenwärtig äußert zur Aufsicht des Kanzleramts über die Geheimdienstler aus Pullach. Skandalös etwa findet der Vizekanzler die BND-Affäre, "klägliches Versagen" hat SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi ausgemacht im Kanzleramt, sofern denn die Vorwürfe sich bewahrheiten, wie sie immerhin noch nachgeschoben hat.