Bergamo feiert. Zum ersten Mal seit gut 100 Tagen musste am Mittwoch in der örtlichen Klinik der italienischen Stadt kein Covid-19-Patient mehr auf der Intensivstation behandelt werden. Es müssen dem Personal des Krankenhauses wahre Gebirge vom Herzen gefallen sein. Bergamo, das war die Stadt mit den Schreckensbildern eines völlig überfüllten Krankenhauses, mit Bildern von um ihr Leben ringenden Patienten dicht an dicht, mit Bildern von Kolonnen aus Militär-Lastwagen zum Abtransport der Toten. Bergamo, das war der Hotspot der Corona-Krise schlechthin, das waren Ärzte und Pfleger, die weit über die Belastungsgrenzen hinaus eine Art Krieg gegen das neue Virus führten, sich wegen unzureichender Ausrüstung oftmals selbst infizierten. Bergamo war der Schrecken, den alle anderen in Italien, in Europa, in der Welt auf keinen Fall erleben wollten. Man kann verstehen, dass die Menschen in der Klinik und in der Stadt feiern.