Meinungen Kriegsverlierer

Die AfD bleibt sich treu: Ihre Spitze ist mit dem innerparteilichen Kampf um den richtigen Grad an Systemferne ausgelastet.

Die AfD bleibt sich treu: Ihre Spitze ist mit dem innerparteilichen Kampf um den richtigen Grad an Systemferne ausgelastet. Verfängt ein offen faschistischer Kurs à la Höcke bei genügend Wählern und Parlamentspartnern für eine Machtoption? Oder schafft dies nur eine gemäßigte Linie nach Meuthen-Art, die die der Merkel-CDU überdrüssige rechte Hälfte der Mitte nicht verschreckt?

Den Tagungsort im Thüringer Wald nutzte die AfD-Spitze dazu, diese Frontlinien in Ruhe weiter- zuzeichnen. Der realpolitische Rückzieher im Kampf gegen die Parteispenden-Strafe hat den Rechtsextremen neue Munition für den innerparteilichen Krieg gegeben, dem sich Andreas Kalbitz leidenschaftlich hingibt. Sein Verbündeter Björn Höcke lädt im Hintergrund nach. Dessen Fraktion in Thüringen ist es auch vier Monate nach dem Coup um die Ministerpräsidentenwahl nicht gelungen, ihre Demokratie-Verhöhnung durch so etwas wie Politik zu ergänzen. Diese mit Radikalität umhüllte Inhaltsleere würde beim Endsieg des Höcke-Flügels die gesamte Partei ergreifen. Daher wird auch die andere Seite den Krieg bis nächstes Frühjahr weiterführen. Dann stellen sich das Höcke-Konzept und das von Meuthen jeweils daheim dem Landtags-Wähler. Wenn es gut läuft, verlieren beide.

 

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