Besondere Spannung war zum Tag der Deutschen Einheit in diesem Jahr eigentlich nicht zu erwarten. Man hat sich an den gesamtdeutschen Status gut gewöhnt. Aus Moskau kam dann doch noch ein Hinweis, der nachdenken und schaudern lässt. „Dass ihr auf freiem Fuß seid, ist nicht euer Verdienst, sondern unser Versäumnis“, schrieb der einstige russische Ministerpräsident und einstige Präsident, Dmitri Medwedew, im August. Er bezog das auf die estnische Regierungschefin Kaja Kallas und meinte den Zerfall des Ostblocks, zu dem auch Ostdeutschland 45 Jahre gehören musste.